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Patriotenschund

Man wirft den Amerikanern ja gerne einiges vor. Übertriebenen Patriotismus, selbstgefälliges Schwarzweißdenken, naiven Umgang mit der eigenen Geschichte und natürlich die Auffassung, der Polizist der Welt sein zu müssen. Zwei Filme bieten sich besonders an, solche Vorurteile bestätigt zu sehen. "Der Patriot" und "Independence Day". Um so erschreckender, dass diese beiden Werke die Arbeit eines deutschen Regisseurs sind. Ist es zu bissig, die Überlegung anzustellen, welche Karriere ein Roland Emmerich in den 30ern gemacht hätte?

Die Handlung ist bekannt. Der Plantagenbesitzer Benjamin Martin lebt mit 7 Kindern und fürsorglich behandelten schwarzhautigen ... ähm... Angestellten?.... auf seiner Farm und will ja eigentlich nichts als seinen Frieden. Dieser wird ihm aber durch die bösen britischen Soldaten verwehrt, die mordend und brennend durch die Lande ziehen. Kein Wunder, dass Martin nun in Notwehr mit seinem Jungen Sohn eine ganze Einheit Soldaten im Alleingang vernichtet, wobei er sogar einen indianischen Tomahawk benutzt. Logo! Weil die frühen amerikaner waren ja nicht nur gut zu schwarzen ...äh Angestellten... sondern pflegten auch einen friedlichen Kulturaustausch mit Indianern! Und so weiter halt.

Ob es die amerikanischen Zuschauer wirklich nötig haben, filmisch dermaßen angeschleimt zu werden?

Dass es besser geht, zeigt ein leider oft unterschätzter Film zur gleichen Thematik. "Revolution", die englisch-norwegische Produktion aus 1985 mit Al Pacino. Hier herrscht Realismus vor, die Darstellung des Protagonisten ist tiefgründiger und es gibt auch eine Message, höher als Emmerichs "Wir gut, die böse!"

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