Review

Oh mein Gott! Brauchen wir das denn wirklich? "Der Patriot" von Blockbuster-Gurke Roland Emmerich, entpuppt sich schon beim lesen der Inhaltsangabe als drittklassige Braveheart-Kopie, aber was später folgt ist um einiges schlimmer.

Der Film wird bestimmt von Emmerichs unterirdisch grausigen "Talent" als Regisseur, das nur aus so ausgelutschten Perspektiven und Kamerafahrten besteht das man schon rein von der Optik her, am liebsten die Fernbedienung fallenlassen und in Tiefschlaf verfallen möchte. Was diesen Mann zu einem solchen Erfolgsregiesseur hat werden lassen, dass ist mir bis heute ein Rätsel.

Auch die Story siecht vor sich hin wie ein Fisch am Strand der darauf wartet das er Wasser kriegt, nur leider kommt keins um ihm sein tristes Dasein zu verlängern. Das einzige was man dem geneigten Zuschauer bietet sind hirnlos, platte Dramatik-Szenen die sowas von Pathos lallen das einem glatt schlecht werden könnte. Zudem stößt natürlich der widerliche, glorifiziernde amerikansiche Patriotismus auf den Emmerich schon in seinem Müll-Streifen "Independence Day" so breitgetreten hatte. Da werden Helden erschaffen die so rein im Herz sind wie Muttis Unterhosen am Waschtag und denen vor Stolz fasst die Brust platzt. Emmerich und sein bekloppter (sorry...aber das beschreibt´s am besten!) Drehbuchautor schaffen es sogar selbst die Kämpfe gegen die "wilden" Indianer als Heldentaten dastehen zu lassen, ohne auch nur mit einem kritischen Tönchen drauf hinzuweisen das Amerika auf nichts weiter, als auf Blut und gestohlenem Land gebaut wurde. Aber nein, "wir waren ja helden", nicht wahr mel?

Mel Gibson spielt seine Rolle als schon fast ekelerregender Gutmensch (natürlich hält er sich keine Sklaven, hilft allen und liebt sein gute, amerikanische Familie...) mit einem Hundeblick der seinesgleichen sucht. Leider schrammelt er meilenweit vorbei an seiner großartigen Vorstellung in "Braveheart" und kann den Film absolut nicht retten. Zumal es echt schon eine schwache Leistung ist, sich für so einen dämlichen Abklatsch herzugeben.

Es scheint sowieso als ob man sich gedacht hätte, wenn das Rezept bei Braveheart aufging, dann funktioniert´s auch hier. Wir brauchen nur Mel Gibson und einen Heldenstory! Das das aber noch lange nicht reicht zeigt dieser Film: Die Story erstickt im Sumpf von Patriotismus und lächerlich, überzogenem Pathos während sich die Schaupsieler durch langweilige Dialgoe kämpfen und der Regiesseur so oder so aufgeknüpft gehört.

Was am Ende bleibt ist eindeutiges Müll-Prädikat und die Punkte gibt´s nur wegen der (zugegebenermaßen) recht guten Ausstattung des Films (dürfte bei dem Budget wohl aber auch kein Wunder sein...) die die Zeit doch recht glaubwürdig wiederspiegelt. Ansonsten brauchen wir keinen weiteren Amerika-Patrioten-Mist der uns nur wieder auftischen will wie großartig doch dieses Land ist und was seine Bewohner für Helden waren und noch immer sind, ob´s nun den historischen Tatsachen entspricht, oder nicht. Wer meint über sowas hinwegsehen zu können wenn doch ach so tolles "Popcorn-Kino" geboten wird, der kann sich diesen Murks gerne angucken, wer aber auch nur einen Funken Anspruch in sich trägt und ein wenig ein Auge auf die Welt hat, der sollte diesen Film links (oder besser rechts...) liegen lassen. Ich zumindest habe die Schnauze gestrichen voll von solch peinlichen Auswüchsen amerikanischen Heroismus...Goodbye America!

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