Review

Der Film hat genau den richtigen Titel. Heute würde so ein Film wohl nicht mehr so erfolgreich sein (2004) nachdem die Welt nun langsam vom amerikanischen Selbstbewußtsein übersättigt ist.

Leider gibt es keine Spur von Selbstkritik und als Antikriegsfilm kann ich ihn auch nicht unbedingt beurteilen. Der Streifen strotzt nur so von Clichés, Kriegsüberzeugung und getarnter Rechtfertigung und benutzt ziemlich viele Elemente von Braveheart, welcher mir jedoch wesentlich bessere Eindrücke hinterlassen hat.

Ein Familienvater und Ex-Armeeheld will nicht in den Unabhängigkeitskrieg ziehen. Nachdem einer seiner Söhne erschossen wird, will er es plötzlich doch und wird erfolgreicher Anführer der sogenannten Rebellen ? der gegnerische englische Feldherr ist ein ganz (wirklich doll) böser Mensch ? die übliche Methode um beim Zuschauer Emotionen aufzustauen, die dann in einem Hinterhalt, in dem Gibson mit seinen 2 kleinen Kindern (!) einen ganzen Trupp feindlicher Engländer ausschaltet. Dieses Muster (liebe Menschen sterben und dann rächt man sich) wird bis zum Schluß mehrmals wiederholt und damit ist der Film erzählt. Vielleicht sollte man noch die, äh, geniale Kriegslist erwähnen die Gibson hilft den letzten Kampf zu gewinnen. Ach ja, und der geniale Flaggenlauf der einem US-Patrioten wahrscheinlich Tränen und Speichel am Kinn runterlaufen läßt.

Auch CGI und Tricks sind stümperhaft und offensichtlich. In der letzten Schlacht rollt eine Kanonenkugel über das Gras und entbeint 2 Soldaten ? einen davon, bevor die Kugel ihn überhaupt berührt.
Den Machern hat niemand erzählt, daß man mit den alten Waffen schon auf 10m Entfernung 2m daneben geschossen hat ? und auf 50m garantiert keine fliehenden Reiter auch nur annähernd treffen konnte.

Naja, das war´s auch schon fast ?. Mel Gibson hinterläßt wie immer seine durchschnittlichen schauspielerischen Leistungen, ansonsten ist mir niemand positiv aufgefallen; mh, eigentlich doch: schon erwähnter böser englischer Kavallerieführer ist wirklich schlechter zu ertragen als ein nervig-böser Bösewicht in Batman oder sonst einer grotesken Comic-Adaption.

3/10 Punkten, überflüssige, schlechte Kopie von Braveheart und Patriotenfilm erster Kategorie - solche geben sicherlich gerne 7 Punkte und mehr.

Und von den 3 Punkten für Kostüme und gut inszenierte Kämpfe ziehe ich noch 2 dafür ab, daß hier Krieg verherrlicht und gerechtfertigt wird. So etwas kann wirklich nur von Übersee kommen und dürfte niemals mehr in einem Film auftauchen. Da fragt man sich, was nach ´45 nun die größte Bedrohung für die Welt ist.

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