Vergleiche mit BLADE in dem auch Wesley Snipes als "Daywalker" dutzende Vampire verfrühstückte sollte man gleich wieder vergessen. BLADE ist eine ganze andere Liga in Bezug auf Ausstattung, Story, Gewaltdarstellung und darstellerische Leistungen. Vor allem zu Beginn will GALLOWWALKERS ganz kräftig die Atmosphäre von (Italo-) Western erzeugen und es gibt eine Reihe Auseinandersetzung in Form von klassischen Duellen. Auf der Basis von manchmal durchwachsenen handgemachten und dann auch CGI-Effekten passiert gerade in der ersten Hälfte nicht wirklich aufregendes und immer wieder merkt man dem Film eine gewisse Zähigkeit an.
Die Geschichte ist ohne etwas zu verraten in einem Satz erzählt: Der Cowboy Aman (Wesley Snipes) ist der Rache von Untoten ausgesetzt die er zuvor im Gefängnis eigentlich getötet hat. Es irritiert etwas, die durchaus vorhandene Western Atmosphäre mit Elektrosounds zu kombinieren. Aber warum nicht einmal etwas Neues? Die Dialoge wirken manchmal schon sehr hanebüchen und wie von 12-jährigen Horrorfans geschrieben. Technisch im Sinne von Beleuchtung, Kameraführung und in Bezug auf westernartige Drehorte und Gebäude hat man sich schon sichtlich Mühe gegeben und was diese Faktoren angeht ist GALLOWWALKERS in Ordnung.
Es gibt einer Reihe blutiger Effekte die manchmal auf "Köpfe aus Körpern zu ziehen" bestehen und recht gewalttätig wirken, aber zum einen nicht sehr realistisch umgesetzt wurden – man sieht ihnen die Requisite geradezu an – und zum anderen weder von der Anzahl, noch des Blutfaktors so gewalttätig umgesetzt wurden, wie die FSK 18 suggeriert. Der Hinweis, dass GALLOWWALKERS in Deutschland uncut erscheint wird damit leider relativiert. Die Headshots gehören noch zu den besseren Effekten und werden recht zahlreich eingesetzt. Aber manchen Masken sieht man die Latexstruktur geradezu an. Bösewichte mit wabbeligen Gummihörnern erinnern an späte Teile von Filmen wie WISHMASTER.
Gerade am Anfang und am Ende wirkt GALLOWWALKERS in seiner Ernsthaftigkeit leicht lächerlich und kratzt schon sehr an der Trash-Schublade und man bedient sich schon einiger fetter Klischees. Die Mimik wirkt oft laienhaft und Ausstrahlung ist wohl ein Fremdwort für viele der Nebendarsteller. Diverse Szenen wirken im Nachhinein sehr wiederholend eingesetzt und der Mehrwert des Films für das Genre lässt sich für mich leider nicht wirklich erkennen. Snipes Fans sollten sich ihren guten Eindruck aus BLADE von GALLOWWALKERS nicht verderben lassen. Schade, die Idee und Ausstattung des Film hätten mehr hergeben.
3,5/10 Gummihörnern....äh,....Punkten