Review
von Dan-Gore
Story :
Amans Mutter war eine Nonne, die ihr Gelübde mit Gott brach - was sie direkt in die Hölle brachte.
Da die von LUzifer regierte Unwelt ein zu unwirtlicher Platz für Kinder ist, wurde Aman zur "Adoption freigegeben" und zusätzlich mit einem Fluch beleggt.
Fortan sollte Aman mit seiner Ziehmutter und deren Tochter auf ihrer Farm leben.
Der schwarze Junge wusste sich schnell mit der neuen Situation zu arrangieren und sein Verhältnis zu seiner neuen Stiefschwester war gut.
Das Verhältnis der beiden war sogar so gut, das sich sich später ineinander verliebten - doch dieses Glück sollte nicht von langer Dauer sein.
Eines Tages fallen fünf Outlaws in der Farm ein, die Amans Angetraute brutal vergewaltigen und sie bei diesem Akt sogar schwängern.
Bei der Geburt des Kindes kommt Sueno ums Leben und fortan zieht Aman als einsamer Rächer durch den wilden Westen.
Viele Männer haben durch seine peitschenden Kugeln schon den Tod gefunden, doch durch den Fluch der auf Aman lastet kehren die Dezimierten als Untote zurück.
Um die Cowboy-Zombies ein für allemal zu erledigen, hilft auch hier nur die gute, altbekannte Enthauptung.
Da Aman alleine kein Chance hat, einer Bande von Banditen das Handwerk zu legen, braucht er schusskräftige Unterstützung.
Diese findet er in Fabulos, den er grade vor dem Tod durch den Galgen bewahrt hat.
Zusammen machen die beiden sich auf, um den Banditen das Handwerk zu legen.
Die bevorstehende Konfrontation mit den Outlaws wird für Aman noch eine Überraschung bereithalten, da er auf einen alten Bekannten namens Kansa trifft........
Bewertung :
Schenkt man dem deutschen DVD Cover glauben - welches dem Zuschauer "Blade is back!" verspricht - dürfte es sich bei GALLOWWALKERS wohl um einen Vampirfilm handeln.
Dem ist aber gar nicht so und hier wurde einfach versucht den Fans mit der Referenzrolle von GALLOWWALKERS Hauptdarsteller Wesley Snipes zu ködern.
Die Verquickung von Western mit Horrorelementen ist auch nichts neues und bereits 1966 wurden mit JESSE JAMES MEETS FRANKENSTEIN'S DAUGHTER und BILLY THE KID VS. DRACULA genrekonfirme Crossover gedreht, auch wenn diese beiden Beispiele eher infantil-trivialer Natur sind.
Wie THE QUICK AND THE UNDEAD aus dem Jahr 2006 wird bei GALLOWWALKERS der Fan mit Zombies im wilden Westen konfrontiert und auch letztere kann hier nur bedingt unterhalten.
Wenn man weiß, das für GALLOWWALKERS 17 Millionen Dollar an Budget verbraten wurden, stellt sich mehr als einmal die Frage was Regisseur Andrew Goth (EVERYBODY LOVES THE SUNSHINE, COLD AND DARK) mit dem ganzen Geld angestellt hat.
Die Gerüchteküche besagt sogar, das während der Produktion das Geld ausgegangen wäre.
Leider hapert es an allen möglichen Ecken und Enden und es erschliessen sich dem Zuschauer mehr als nur ein Kritikpunkt.
Dies fängt schon beim Drehbuch an, denn fast den ganzen Film über macht es den Anschein als wäre Goth sich nicht wirklich darüber bewusst gewesen welchen Weg er letztendlich mit seinem Film und der Story gehen möchte.
Der nächste Kritikpunkt sind hier die Darsteller, die alle recht unmotiviert und limitiert agieren und sich wenig spielfreudig zeigen.
Selbst Wesley Snipes - der hier seinen Part zwar einigermassen souverän spielt - konnte nicht zu Hochtouren auflaufen und wirkt deplaziert.
Die Präsenz die Snipes sonst in seinem Filmen etabliert fehlt einfach und der Charakter des Aman wirkt einfach zu platt.
Etwas Feinschliff wäre auch bei den Dialogen von Nöten gewesen, da sich diese durch ihre aufgesetzte Coolness fast vollständig im Sande verlaufen.
Zwar gibt es ab und an mal einen Einzeiler, der einen Funken von Charme einbringt - leider hält sich dies aber in Grenzen.
Die gesamten Charaktere sind vorwiegend zu eindimensional gezeichnet und man kann keinen wirklichen Bezug zu ihnen aufbauen oder gar Sympathien entwickeln.
"Forgive me, father, for I have skinned." (Kansa)
Vom technischen Standpunkt aus gesehen, kann man GALLOWWALKERS keine großen Vorwürfe machen.
Die Spezialeffekte stammen allesamt aus dem CGI Fundus des Rechners, können sich aber durchaus sehen lassen und wirken nicht zu billig oder plastisch.
Eine staubig-trockene Grundstimmung, die durch die opulenten Sets hervorgerufen wird, wirkt sich sehr positiv auf den Gesamteindruck aus - hier wurden einige überzeugende Landschaftsimpressionen gepaart mit einsamen Westernstädten eingefangen, an denen es nicht zu kritisieren gibt.
Durch diese Sets bekommt GALLOWWALKERS stellenweise sogar einen Spaghetti-Western Flair, der aber leider durch die Unzulänglichkeiten meistens wieder zunichtegemacht wird.
Die Choreographie der Kämpfe wieß hier bedingt zu gefallen, wobei Snipes noch mit die beste Figur abgibt - auch wenn seine Leistungen in den Action Szenen nicht mit denen seiner alten Filme standhalten können.
Aber auch hier sollte nicht zuviel erwartet werden, da die Actionsequenzen her rar sind und der Adrenalinspiegel des Zuschauers auf konstant niedrigem Level bleibt.
Wirklich sehr gewöhnungsbedürftig ist der Score von GALLOWWALKERS, der sich mal so garnicht in das Gesamtbild einfügt!
Hier wurde auf elektronische Klänge gesetz, die sich nach einer naiv-dilettantischen Schnellschussproduktion anhören die mal eben schnell mit Fruity Loops zusammengeschustert wurden.
Genau diese Filmmusik gibt GALLOWWALKERS fast einen finalen Todestoß, der die Italo-Western Stimmung komplett demontiert.
Ich kann mir vorstellen, das der Film durchaus seine Anhängern finden wird die am Gezeigtem gefallen finden.
Leider hatte ich mir von Wesley Snipes "Comeback" nach der von der Justiz angeordneten Zwangspause wesentlich mehr versprochen - ich hoffe nur das der Mime seiner Karriere mit diesem Film nicht selnst ein ungewolltes Ende geseztzt hat und im C-Movie versumpft.
GALLOWWALKERS ist kein Film der gänzlich ungoutierbar ist, man sollte sich aber im Vorfeld darüber bewusst sein worauf man sich einlässt und mit den Schwächen des Films leben können.
5 von 10 Sporen