Der Arm eines bewusstlosen Mannes hängt über dem Rumpf eines Segelbootes. Blut tropft von seiner Hand ins Meer, während sich ein Hai nähert…
Das sind die ersten, durchaus Laune machenden Einstellungen eines Thrillers, der von der Prämisse her Lust auf Piratenmystik macht, im Grunde aber als völlig harmloser Thriller ohne Blutvergießen daherkommt.
Oder wie ein Slasher auf einem Boot, denn eine Gruppe junger Leute hat sich auf diesem eingefunden, um mithilfe des Kapitäns verschiedene Inseln zum Feiern anzusteuern.
Doch nachdem der Navigations-Typ spurlos verschwindet und mit ihm die Schlüssel für den Anlasser, wird die Gruppe um Ashley reihum dezimiert.
Nach rund zwanzig Minuten wird man bereits ungeduldig, ob denn außer Lagerfeuer und fröhlichen Tauchgängen auch noch etwas Gehaltvolles geboten wird.
Doch spätestens als einer nach dem anderen von seiner schlimmsten Todesangst berichtet, wird bereits klar, wer auf welche Art das Zeitliche segnen wird.
Von Figurenzeichnung ist indes nichts zu erkennen, - bis auf Edward Albert als Captain gebären sich alle übrigen Darsteller ohnehin wie unsichere Anfänger, die außer smart in die Kamera zu grinsen nichts zustande bringen.
Also befindet man sich schließlich treibend auf hoher See, es wird Nacht und das erste Opfer wird erstochen. Für den Zuschauer allerdings nicht sichtbar, es hängt ein Tuch davor, während im Hintergrund kurze Schreie und das Zustechen des Messers zu vernehmen sind.
Das zweite Ableben zeugt noch stärker vom inszenatorischen Unvermögen: Da landet einer im Wasser und schreit, während sich via Stock Footage ein Hai nähert, der Kerl schreit etwas lauter und das Archivmaterial zeigt einen Hai mit leicht blutigem Maul, woraufhin man letztlich seine Schlüsse ziehen soll.
Klar ist, dass jemand aus der Gruppe der Killer ist, vielleicht sind es auch zwei, die unter einer Decke stecken.
Allerdings bekommt man mehr ereignisloses Geschipper präsentiert, als ein gelungenes Ratespiel um den Täter. Schon allein, weil kaum eine Figur rational handelt, um beispielsweise nach einer vermissten Person zu suchen (wenn sie nicht an Bord ist, kann man die Suche immer noch einstellen…). Viel wird erzählt und debattiert, aber kaum gehandelt.
Da gehört es bereits zu den spannendsten Momenten, wenn sich jemand ein Messer schnappt und in die Koje verzieht, auch wenn sich dieser Person anschließend niemand nähert, da sich die Morde ausschließlich auf Deck abspielen, jene, von denen man ohnehin nicht viel zu sehen bekommt.
Final sollen den Zuschauer dann gleich mehrere Plot Twists überraschen, doch einer nach dem anderen geht aufgrund unlogischer Aspekte vorangegangener Abläufe völlig in die Hose.
Im weitesten Sinne ging es dann doch um Piratentum, auch um die Lust des Mordens an sich, - ein nachvollziehbares Motiv wird dem Betrachter jedoch nicht geliefert.
So ist es kaum verwunderlich, dass sich der Showdown behäbig wie ein Kasperltheater unter künstlichem Gewitter hinzieht, ohne spürbare Temposteigerung aufkommen zu lassen.
Am Ende haben wir verpeilten Stoff, der null Horror bietet, allenfalls mit Archivaufnahmen von Walen und Unterwasser-Einblicken punktet, mit seinem undurchdachten Drehbuch aber kompletten Schiffbruch erleidet.
2,5 von 10