Review
von Leimbacher-Mario
Wer in's Glashaus flitzt sollte nicht mit Remakes werfen
Eigentlich dachte ich, dass „13 Ghosts“ ähnlich wie etwa „Ghost Ship“ oder „Motel“ aus dieser Zeit immerhin oberflächlich unterhalten und bei der Stange halten könne. Doch da trübte mich meine Erinnerung. Denn dieser Geisterstuss ist wirklich haarsträubend schlecht. Egal ob man ein bis dreizehn Bier intus hat oder noch die rosarote Brille aus den Anfangszeiten des DVD-Sammlertums. In dem ätzend oberflächlichen und effekthaschenden Remake eines sehr viel stilvolleren William Castle-Klassikers bekommt eine schicksalsgebeutelte Familie ein bizarres Haus vererbt, in dem ihr scheinbar verstorbener Onkel und Gönner boshafte Geister gefangen hat…
„13 Ghosts“ hat mich einfach nur aufgeregt. Gelangweilt auch. Ohne Ende, ohne Pardon. Ein unfassbar mieser Früh-00er-„Schocker“, der qualitativ nochmal deutlich unter den anderen von mir genannten Flicks dieser Zeit angesiedelt ist. Egal wie sehr die Tönung der Brille auch reinhauen mag. Das Ding war damals, ist heute und wird es immer sein: für die Tonne! Da kann man jedem nur zehnmal mehr das Original aus den 50ern ans Herz legen - und selbst das war schon kein Horrorklassiker für sich genommen. Aber im Gegensatz zur dieser platten Millennium-Verwurstung des Stoffes wirkt die Urversion nahezu meisterhaft. „13 Ghosts“ aus der Blüte des silbernen Rohlings tut echt weh. Eigentlich mehr als solide Darsteller wie „Monk“ oder „Salieri“ wirken komplett verloren und beschämt. Ein, zwei ganz nette Splattereffekte gibt es, manch ein Monster sieht ganz okay aus. Nicht nur für Geisterbahnniveau. Aber es ist und bleibt nunmal eine irritierend ungekonnte Aneinanderreihung von Bullshit. Beinahe ohne beschwichtigende Faktoren. Die Geister samt ihrer peinlich angerissenen Backstories sind komplett für'n Eimer. Enorm verschenktes Potenzial. Spannung und Mitgefühl gibt’s für die fehlbesetzte Familie ohne jegliche Chemie und ohne Lust auf die Sache nicht. Immer wieder ziehen sich Overacting und Lächerlichkeiten rein. Schlechte Computereffekte und eine grundsätzliche Sinnlosigkeit in Sachen Story und Logik. Wer zieht in ein solches Horrorhaus? Was sind die Motivationen der Protagonisten? Hatte hier überhaupt irgendeiner Bock auf die Sache? „13 Ghosts“ kriegt „13 Nos“ von mir.
Fazit: abgesehen vom Hausdesign und gelegentlich dem Monster-Make Up ein Tiefpunkt in allen Belangen. Schmerzhaftester Hollywoodrotz in Genreform gegossen. Ein 00er-Stuller. William Castle unwürdig.