Review

Gesamtbesprechung

Nach einer wahren Begebenheit: 1982 findet die kanadische Erstbesteigung des Mt. Everest statt, bei der erstmals auch das Fernsehen live über Satellit dabei ist. Bei der Besteigung kommt es jedoch zu mehreren Differenzen zwischen den Leitern der Besteigung und zu einer Lawine, die mehrere Bergsteiger tötet, was die Überlebenden jedoch nicht davon abhält, weiterhin den Gipfel zu erklimmen.

In regelmäßigen Abständen erscheinen diverse, mit geringem Budget gedrehte Bergfilme und "Everest" reiht sich hier ohne weiteres ein. Zwar wird hier auf übertriebenes Pathos weitestgehend verzichtet, genauso, wie auf typischen Bergfilm-Kitsch, was aber nichts daran ändert, dass aus der wahren Begebenheit viel zu wenig herausgeholt wird. Die Charakterkonstruktion ist nämlich viel zu flach, womit der Film leider nicht die geringste Emotionalität oder Dramatik aufbauen kann. Man gibt sich nicht einmal die Mühe, diverse Klischees des Genres aufzuwärmen, die Charakterkonstruktion findet schlicht und einfach gar nicht statt (Könnte aber auch daran liegen, dass ich eine der gekürzten Fassungen gesehen habe, die es von "Everest" gibt). Die Handlung ist durchaus realistisch gestrickt und ist wegen der wahren Begebenheit auf der sie basiert auch stellenweise interessant, aber wirklich fesselnd wird der Film, der sehr lieblos und trocken daherkommt leider nicht wirklich.

Für ein B-Movie sind die Effekte, wie z.B. die Lawine relativ beachtlich und auch darüber hinaus ist der Schauwert relativ hoch. Regisseur Graeme Campbell, der bisher überaus häufig mit diversen B-Movies in Erscheinung trat, setzt die Berglandschaften nämlich gelungen in Szene und liefert die eine oder andere malerische Einstellung, auch wenn ein Score fehlt, der die Aufnahmen entsprechend unterlegt und auch wirklich gelungene Kamerafahrten beinahe gänzlich fehlen. Die Handlung wird relativ lieblos und höhepunktslos ohne einen mitreißenden dramaturgischen Aufbau, ohne Spannung zu erzeugen abgespult und so schöpft "Everest" sein Potential leider kaum aus. Zudem fehlt eine gespannte Atmosphäre, das Gefühl der Gefahr, das z.B. "Vertical Limit" und "Cliffhanger" auszeichnete, genauso, wie ein spannender Score. Damit bleibt der Unterhaltungswert leider durchgehend auf unterdurchschnittlichem, wenn auch halbwegs erträglichen Niveau.

Darstellerisch gibt es keine vollkommenen Totalausfälle zu sehen, aber auch keine Meisterleistungen. Die Hauptdarsteller bewegen sich allesamt auf B-Movie-Niveau und haben vor allem bei den wenigen emotionalen Momenten sichtlich Probleme, realistische Gefühlsregungen zu zeigen. Eric Johnson macht sich dabei noch am besten und Ex-Captain-Kirk William Shatner amüsiert gelegentlich als Reporter.

Fazit:
Die Darsteller sind mittelmäßig, die Story wird lieblos und gleichgültig abgespielt und die Charakterkonstruktion findet im Prinzip gar nicht statt. Damit bietet "Everest" leider nur unterdurchschnittliche Unterhaltung, auch wenn die Effekte ganz gut gelungen sind, die Berglandschaft gelungen in Szene gesetzt wird und das Geschehen auf einer wahren Begebenheit basiert.

39%

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