Definitiv einer der besten Filme des Jahres! Paul Greengrass hat sich selbst übertroffen.
Jason Bourne ist zurück, und wie. Das Ende von "Bourne Verschwörung" bot sich ja auch ganz gut für eine Fortsetzung an und jetzt ist sie da.
Handlungsmäßig gibt es nicht viel neues zu sehen, aber das war von vornerein klar. Was man bei "Bourne Ultimatum" zu Gesicht bekommt, hat man so oder so ähnlich in den Vorgängern bereits gesehen. Jason Bourne muss wieder gegen die gesamte CIA antreten, die ihn auf Schritt und Tritt verfolgen und ihm alle ihre Männer auf den Hals hetzen usw.
Das macht aber nichts denn der Film wird von Sekunde zu Sekunde immer besser und spannender. Der Zuschauer, oder ich zumindest, fieberte zum Schluss richtig mit Bourne mit. Los, du schaffst es! Das war bei keinem der beiden Vorgänger der Fall. "Bourne Ultimatum" ist auf jeden Fall der beste Teil der Reihe. Wer hätte das gedacht?
Der Film ist sehr schnell geschnitten und zwar die gesamte Laufzeit über. Das stört jedoch nicht, im Gegenteil. "Bourne Ultimatum" ist zwar schnell, aber nicht zu schnell geschnitten das man nichts mehr erkennen kann. Der Zuschauer bekommt nicht die kleinste Verschnaufpause, sondern fast 2 Stunden Tempo ohne Ende. Ich habe selten einen Regisseur gesehen der sich geschickter schnellen Schnitten bedient hat. Die Inszenierung ist hammermäßig. Man nehme nur die Verfolgungsjagd nach einer Stunde. Sie ist mindestens so gut in Szene gesetzt worden wie Frankenheimers Verfolgung in "Ronin", auch wenn sie hier nicht in Paris (wo Bourne ja früher wohnte) sondern Marokko von statten geht. Durch die viele Action in der letzten halben Stunde, die sogar Michael Bay alt aussehen lässt, und das hohe Tempo das bis zum Ende gehalten wird lässt bei "Bourne Ultimatum" zu keiner Sekunde Langeweile aufkommen.
Ähnlich wie "Traffic" und Konsorten muss man "Bourne Ultimatum" sehr aufmerksam verfolgen, ansonsten hat man nach 2 Minuten keine Ahnung mehr worum es geht. Die Ansehbarkeit wird dadurch das man sich die ganze Zeit konzentrieren muss aber nicht eingeschränkt, der Film ist einfach nur spannend, um mal einwenig zu untertreiben.
Rein optisch kann sich "Bourne Ultimatum" auch sehen lassen (im wahrsten Sinne des Wortes!).
Der Schluss ist der Hammer und der absolute Höhepunkt der Triologie! Die Geschichte um Jason Bourne wird endlich aufgelöst. Auf Spoiler verzichte ich jetzt natürlich, nur ein Wort: angucken!
Von den Darstellern her bleibt (fast) alles beim Alten. Matt Damon ist immer noch Jason Bourne, Franka Potente ist im zweiten Teil ja gestorben und nur in einer kurzen Rückblende zu sehen und Julia Stiles mimt immer noch Nicky. Sie hat diesmal übrigens einen größeren Part bekommen. Anfangs ist sie noch nicht mit von der Partie, dafür arbeitet sie nach einer Dreiviertelstunde mehr oder weniger unfreiwillig mit Bourne zusammen. Sie ersetzt in gewisser Weise Franka Potente. Miss Stiles schneidet sich hinterher sogar die Haare ab, genau wie Frau Potente in "Bourne Identität".
Ein paar Neuzugänge sind auch dabei, zum Beispiel der deutsche Daniel Brühl (Franka Potente ist ja nicht mehr dabei, also musste ein neuer deutscher Schauspieler her).
Was soll ich sagen? Ich bin überrascht, und zwar positiv. Niemals hätte ich mir erträumen lassen das "Bourne Ultimatum" so gut ist. Sicher noch nicht ganz perfekt, aber geil auf alle Fälle! Ich habe sogar schon mit dem Gedanken gespielt 9 Punkte zu vergeben, und das will was heißen.
Schade, das "Bourne Ultimatum" (wahrscheinlich) der letzte Bourne ist.