Eine Inhaltsangabe spare ich mir, die findet man bei den anderen Beiträgen zu genüge, kommen wir also gleich zur Kritik:
Zweifellos ist die Bourne-Reihe für den Action-Fan eine gute Unterhaltung, dennoch meine ich, dass die Filme überbewertet werden (so wurde die Reihe vom "Cinema-Magazin" auf Platz 1 der besten Action-Filme gewählt, also noch vor Stirb Langsam, Lethal Weapon, James Bond etc.). Warum?
1. Locations: Ähnlich wie bei Bond spielt auch Bourne (insbesondere der 3. Teil) an vielen, teils exotischen Orten. Dennoch sieht alles irgendwie gleich aus, das "Urlaubs-Feeling" wie bei den Bond-Filmen geht nahezu vollständig baden. So gelingt es bei Bond viel besser, charakteristische Aufnahmen der Locations ins Bild zu rücken. Die Aufnahmen im Marokko im 3. Teil der Bourne-Reihe sehen über weite Strecken genauso aus, als hätte man sie in Frankreich gedreht. Das Orientalische wird optisch so gut wie gar nicht eingefangen. Genauso zieht sich das durch die anderen Schauplätze. Da hätte man deutlich mehr draus machen können.
2. Kameraführung: Der Film ist wohl komplett mit der Handkamera aufgenommen, alles ist verwackelt. Dieses Stilmittel soll wohl eine besondere Nähe am Geschehen vortäuschen, als ob der Zuschauer jeweils nur 1 bis 2 Meter daneben stünde. Hat bei 24 dieses Prinzip noch ganz gut funktioniert, wird dies hier dermaßen gesteigert, dass man insbesondere bei den Action-Szenen fast nichts mehr erkennt. Damit erreicht der Effekt dann leider das Gegenteil: Das Stilmittel fällt als Solches auf und es führt dazu, dass das Geschehen den Zuschauer zunehmend kalt lässt - trotz fast andauernder Action. Weniger wäre hier mehr gewesen.
3. Action: Hat man bei den Bond-Filmen immer das Gefühl, dass man sich bemüht etwas Neues auf der Leinwand zu zeigen, ist das insbesondere beim 3. Teil der Bourne Reihe genau das Gegenteil. Es wird gerannt, gekloppt, geschossen, und dann geschossen, gekloppt gerannt. Hin und wieder wird auch ein Fahrzeug benutzt. Am Ende des Films kann man nicht mehr auseinanderhalten, was jetzt wo passierte. Alles wirkt gleich oder ähnlich, ist quasi austauschbar. Die Wackelkamrera, die kaum noch zulässt, dass man der Action folgen kann, tut dann ihr Übriges. Schade eigentlich, denn einige Stunts wären wohl ganz gut gewesen, hätte man sie erkannt.
Fazit: "Bourne Ultimatum" unterhält und schließt die Reihe erst einmal ab, lässt aber Raum für Fortsetzungen. Locations kommen trotz vieler Wechsel austauschbar daher, die Handkamera verdirbt etwas den Spaß an der Action. Immer noch besser als viele andere Filme, aber meiner Meinung nach häufig überbewertet. Daher leider nur 6 von 10 Punkten.