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Mit dem dritten Teil ist es Paul Greengrass (Green Zone, Flug 93) und seinem Team gelungen, gleich mehrere Oscars einzuheimsen. Verursacht man beim Publikum Augenschmerzen, wird man dafür auch noch belohnt, denn der Schnittstakkato von Christopher Rouse sackte eine der drei begehrten Trophäen ein. Aber kommen wir zum Wesentlichen, alle Fragen um Jason Bourne sollen hier geklärt werden, immer noch basiernd auf der Romanvorlage des seit 2001 verstorbenen Autors Robert Ludlum. Doch auch wenn Ludlum keine weiteren Romane mit seinem Helden schrieb, so wollen die Macher ein weiteres Sequel nachschieben. Erfreulicherweise bleibt diese Hightech-Jagd auch beim dritten Mal auf hohem Niveau, wobei man zum Vorgänger aber keine großen Neuerungen erwarten sollte.

Jason Bourne (Matt Damon) jagt immer noch seiner eigentlichen Identität hinterher, für die CIA stellt er weiterhin eine Bedrohung da. Besonders Noah Vosen (David Strathairn) ist hinter dem abtrünnigen Agenten her, weil er zu den Verantwortlichen für dieses Projekt zählt. Auch Pamela Landy (Joan Allen) wird in die Jagd auf Bourne eingebunden und sieht sich bald als Spielball zwischen Vosen und ihrem Vorgesetzten Ezra Kramer (Scott Glenn). Aber Bourne gelingt es ein weiteres Mal mit der Hilfe von Nicky Parsons (Julia Stiles) zu fliehen, doch Profikiller Desh (Joey Ansah) ist den Beiden dicht auf den Fersen. Alle Spuren führen zu einem dubiosen Ausbildungszentrum der CIA, an welches Bourne sich wage erinnert. Nur hier kann er seinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen, dort will in Vosen entgültig stellen.

Endlich wird aufgeklärt, wie David Webb sich in Jason Bourne verwandelte. Dabei sollte man keine exorbitanten Überraschungen erwarten, alles wird plausibel erklärt, wobei gerade dieses geheime Ausbildungszentrum mitten in der Stadt völlig unglaubwürdig wirkt. Für die Geheimhaltung der sogenannten Operation Treadstone, die später den Namen Blackbriar erhielt, hat man wahrlich nicht alles getan und im Endeffekt entpuppt es sich als eine Art Traingsprogramm für Profikiller, welche die schmutzige Arbeit und vor allem illegale Jobs für die CIA erledigen. Doch bis dahin hat Bourne noch einen weiten Weg, auch versucht Greengrass seinen Helden hier menschlicher wirken zu lassen. Beispielsweise klärt er Martin Kreutz (Daniel Brühl) über den Tod seiner Schwester Marie auf, oder verschont sogar einen Agenten der ihn versucht zu töten. Ansonsten gibt es die üblichen Katz- und Maus Spielchen mit den Häschern, in denen Bourne stets komplett überlegen ist. Auch verhalten sich die Jäger alles andere als klug, da erschießt man den Journalisten Simon Ross (Paddy Considine) in aller Öffentlichkeit und ballert bei einer Jagd auf Bourne mitten in der Gegend herum, obwohl massenhaft Zivilisten zugegen sind. Auch verhält sich Vosen dermaßen unmöglich, dass sogar Landy beginnt die ganze Sache zu hinterfragen und Bourne gegen Ende sogar hilft. Diese Dinge untergraben doch sehr die Professionalität, mit welcher man bei solch einer Vertuschungsaktion ans Werk gehen sollte.

Dabei erstreckt sich diese Hetzjagd von Russland über Spanien bis nach Nordafrika. Dank der abwechslungsreichen Kulissen ist die Optik nie monoton, der tolle Score von John Powell wird ein weiteres Mal recycelt. In Punkto Action übertrifft "Das Bourne Ultimatum" seine Vorgänger sogar, auch wenn man in einigen Szenen dank der hektischen Schnitte und der Wackelkamera gerne mal den Überblick verliert. So domieren Verfolgungsjagden und einige Zweikämpfe das Geschehen, während von der Schusswaffen weniger Gebrauch gemacht wird. Den absoluten Höhepunkt stellt die atemberaubende Hetzjagd über die Dächer von Marokko da mit anschließendem Zweikampf zwischen Bourne und Desh. Eine Autoverfolgungsjagd darf es gegen Ende auch geben und hier kann man dem hektischen treiben sogar positive Aspekte abgewinnen, denn oft wirkt es als wäre man mittendrin. So entpuppt sich "Das Bourne Ultimatum" als eine einzige Verfolgungsjagd, wobei Greengrass immer zwischen Bourne und seinen Verfolgern hin- und herschaltet.
Matt Damon (Dogma, Der Informant!) überzeugt auch ein drittes Mal als Jason Bourne, der seinem eigenen Ich hinterherjagt. Das Verleihen einiger menschlicher Züge tut der Figur sichtlich gut. David Strathairn (Der Fluch der 2 Schwestern, Temple Grandin) als eiskalter Verfolger macht seine Sache ebenfalls hervorragend, nur Julia Stiles (Das Omen, Der Schrei der Eule) Auftreten als Nicky Parsons wirkt ein wenig unmotiviert. In weiteren Rollen sind Joan Allen wieder als Pam Landy, Scott Glenn, Paddy Considine und Daniel Brühl vertreten.

Erneut eine spannende und actionreiche Hetzjagd, welche den Aufklärungsbedarf des Publikums stillt. Jedoch sollte man dabei keine Wunder erwarten und das teilweise unprofessionelle Verhalten der CIA wirkt ein wenig unglaubwürdig. Auch dürfte es optisch ein wenig ruhiger zur Sache gehen, Handkamera und Stakkatoschnitt verderben dem Zuschauer teilweise die Freude. Aber im Endeffekt bietet "Das Bourne Ultimatum" schnörkellose Agentenaction und unterscheidet sich dabei leider kaum vom Vorgänger.

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