Die Arbeit eines Kritikers ist nicht immer die einfachste, es fällt einem leichter, einen schlechten Film zu bewerten. Aber diesen Film zu bewerten ist eine Ehre. Warum? Von Anfang an wird die Handlung immer bredückender und spannender erzählt. Als Zuschauer wird man Zeuge einer Gewaltspirale, man sieht sich in einem Zwiespalt gefangen. Soll man Sympathien für die Protagonisten entwickeln, oder Abscheu gegenüber der Selbstjustiz? Die Handlung geht tiefer auf einen ein als die üblichen Gewaltorgien, die einem sonst im Kino präsentiert werden. Der Film offenbart einem was tief psyschologisches, obwohl Selbstjustiz ein sehr heikles Thema ist. Und da das Thema nicht gerade mit der Kneifzange angepackt wird, ist es gerade das, was den Film und die Handlung ausmacht. Während man den Film sieht wird man mit der Frage konfrontiert, ob man selber zu so was in der Lage wäre. Das ist genau das, was den Fim in seiner Erzählweise so "aussergewöhnlich" macht , dass er zum Denken anregt.
Vorsicht SPOILER!!!!!
Die Handlung spielt in New York. Die Radiomoderatorin Erica ist glücklich verlobt mit ihrem Gefährten David. Alles scheint so gut zu laufen, aber als das verliebte Pärchen eines Abends einen Sparziergang mit dem Hund durch den Park macht, passiert das Schrecklichste, was passieren kann - die beiden werden unter einer Unterführung von ein paar Junkies angepöbelt. Es dauert nicht lange, bis sie handgreiflich werden. David wird dabei so schlimm verletzt, dass er stirbt. Erica hingegen wird krankenhausreif geschlagen, so dass sie mehrere Wochen im Koma liegt. Als sie erwacht muss sie festellen, das ihr Verlobter tot ist und sie selber schwer traumatisiert zu sein scheint. Nur langsam verheilen ihre Wunden, dennoch scheint ihre Seele noch zu bluten. Nur langsam kann sie wieder ins "noramle" Leben einsteigen, denn sie wird immer noch von Panikattacken und Depressionen geplagt. Die Ermittlungen der Polizei scheinen im Sande zu verlaufen. Schliesslich besorgt sie sich eine Waffe. Sie sieht den Vorfall, der sich zugetragen hat, als Impuls für ihre Selbsjustiz. Von nun an streift sie durch die nächtlichen Strassen, auf der Suche nach ihren Peinigern. Dadurch wird sie mehr oder weniger zu einer Art Antiheld, weil sie wahllos Kriminelle erledigt und somit die Polizei auf sich aufmerksam macht. Sie freundet sich mit dem Polizisten Mercer an, der nicht ahnt, wer sie in Wirklichkeit ist.
Die darstellerische Leistung kann sich wirklich sehen lassen. Jodie Foster spielt die Erica so überzeugend, das man wirklich mit ihr mitfühlen kann. Terrence Howard (bekannt aus "Hustle and Flow") spielt den Polizisten Mercer. Er wirkt zwar neben Jodie Foster etwas blass, aber er macht seine Sache trotzdem gut. Naveen Andrews (bekannt aus "Lost") hat leider einen sehr kurzen Auftritt: Er spielt David. Andrews konnte durch seine kurze Darbietung nicht so recht überzeugen. Aber Jodie Foster, die dem Film richtig Tiefe verleiht, macht den Film wirklich sehenswert.
Die ganze Handlung und Erzählweise erinnert an den Klassiker "Ein Mann sieht Rot" mit Charles Bronson
(1921-2003), wobei das nicht heissen muss, dass der Film sich zu verstecken braucht - ganz im Gegenteil.
Fazit: Ein mitreißender Film mit einer überragenden Jodie Foster: Sollte man gesehen haben.