Review

Vorsicht, Spoiler!!! Lesen auf eigene Gefahr! ;-)

Gepriesen als Rachethriller, stellt sich "Die Fremde in dir" eher als Psychodrama heraus.
"Sie sind die Guten... nur, warum fühlt es sich dann nicht so an."
Diesen Satz sagt Jodie Foster, alias Erica Bain, zu zwei Polizisten, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits völlig verloren hat.
Das Psychogramm über Verlust eines geliebten Menschen, Selbstaufgabe, Depression, Angst, Wut und Selbstschutz ist sehr gelungen und von Jodie Foster sehr gut geschauspielert. Mehr geht hier wirklich nicht. Und viel mehr Schauspielerei ist leider auch nicht gegeben, denn die anderen Charaktere sind bloße Dreingabe um eine Story daraus zu spinnen und für Abwechslung zu sorgen.

Es sind sehr viele parallelen zu „Death Wish“ vorhanden. In beiden Filmen gibt es anfangs einen brutalen Überfall, der Hauptcharakter besorgt sich / bekommt eine Waffe um nachts böse Buben zu richten. Ein Unterschied ist merklich: Wo Charles Bronson, alias Paul Kersey, nachts regelrecht nach der Auseinandersetzung und Selbstjustiz sucht, stolpert Erica Bain eher versehentlich hinein. Sie handelt daher eher zu Selbstverteidigungszwecken was nichts mit Rache zu tun hat. Einzig gegen Ende werden die Peiniger bestraft. Und das erfolgt leider so schnell, dass es gar keinen richtigen "Spaß" macht oder Spannung aufkommt.

Der Film präsentiert sich sehr zäh. Zu viele Rückblenden lassen schon anfangs keine wirkliche Spannung aufkommen. Die spürbare Veränderung der Hauptfigur zieht sich bis zur Hälfte des Films. Hier hätte man sich etwas weniger Zeit lassen können.
Die ersten Auseinandersetzungen mit den Ganoven sind sehr spannend umgesetzt. Leider werden die Täter des anfänglichen Raubüberfalles auf Erica und ihren Freund gegen Ende sehr lieblos exekutiert. Und der Schluss ist tatsächlich etwas sehr merkwürdig.
Ebenfalls merkwürdig ist die Trefferquote. Wo anfangs noch Schüsse ins Leere gehen, was bei einem ungeübten Schützen sehr wahrscheinlich ist, trifft Erica später ohne daneben zu schießen. Und das teils aus einiger Entfernung. War da jemand zwischendurch auf einem Schießstand???

Wer sich gerne mit einem eher ruhigen und gut geschauspielerten Psychodrama auseinandersetzt ist hier genau richtig. Wer Action erwartet ist hier völlig falsch. Die kurzen Schießereien sind nicht mit einem Actionfilm vergleichbar und so soll es hier auch nicht zugehen.
Ich selbst habe mir mehr Atmosphäre und Spannung versprochen die nur anfangs aufkommt, und sich dann zu einer Erzählung über den Alltag, die Wut und Angst eines zerstörten Lebens wandelt.

3 / 10

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