Review

Den Inhalt setze ich wie hier schon mehrmals gut beschrieben als bekannt voraus.

Bewertung:

Frisch gesehen - und ich kann es immer noch nicht fassen welche Hauptaussage der Film macht - damit war nicht zu rechnen. Angespornt durch die guten Kritiken und die ja sehr vielversprechende Hauptdarstellerin Jodie Foster als Erica Bain war man auf einen guten Thriller bzw. Psychodrama eingestellt..

Verständlich ist Ihre unbändige Wut des Überfalls und Ihre Angst sich frei zu bewegen und (in USA einfach) zu bewaffnen um nicht wieder in ähnlichen Fällen hilflos zu sein. Innerhalb von wenigen Tagen erschiesst bzw. tötet sie mehrere Leute, anfangs noch aus echter Not, später steigt sie dann in Autos von dubiosen Gestalten und versucht "ihr Recht" durchzusetzen und muss sich nicht wundern wenn solch eine Aktion eskaliert.

Im letzteren Falle sind die Folgen der Verletzung der vermeintlich Geretteten grösser als vorher ! Zugutzerletzt steigt Sie sogar "Bösewichtern" hinterher, provoziert und richtet nach Gutdünken. Vom Realitätsgehalt solcher inhaltlich gepackten Handlung mal abgesehen spiegelt es doch wieder insbesondere die sprichwörtliche revenge-Justiz der USA mit all seinen publizistischen Nebeneffekten wieder. Eine irgendwie geartete Anti-Gewalt-Botschaft kommt m.E. in keiner Weise zutage.

Nicht nur (mein) Hauptproblem ist, dass trotz aller leichten Kritik zwischen den Zeilen die Selbstjustiz in diesem Film gerechtfertigt wird. Am Ende sogar durch die Polizei selbst ......sorry, Leute, dass kann doch nicht im Sinne eines Rechtsstaates sein. Nichts gegen "Death Wish" und andere von vorneherein auf Rache-Thriller ausgelegte Streifen. Aber der Film und vor allem die Hauptdarstellerin passen nicht zu einer solchen Aussage. Dann lieber gleich die reaktionäre Übertreibung wie in "Ein Mann sieht rot" oder sogar noch stärker in Kill Bill".

Dem Fass die Krone setzt der engl. Titel auf: "The brave One" - d.h. es gilt sogar als "tapfer" und "mutig" unbeteiligte ohne jeglichen rechtstaatlichen Einfluss hinzurichten. Ich bin beileibe alles andere als ein Moralapostel aber hier wird der Lynchjustiz einfach Tür und Tor geöffnet.

Vielleicht hätte man auch einfach sooooo eine quasi "Baddie-Rolle" nicht von Jodie Foster erwartet. Aber ich kann in diesem Falle nicht die politische Aussage des Films von der Story neutral trennen. Wegen der dennoch guten schauspielerrischen Leistung in diesem leider von vielen Genreklisches durchsetzten Psychodrama der Beteiligten gibt es gnadenvolle 3/10 Punkten.

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