Klasse Revenge-Movie mit ungewöhnlich viel Tiefgang und einer grossartigen Jodie Foster
"Die Fremde in Dir" ist ein exzellenter und ruhig inszenierter, psychologischer Thriller. Selbstjustiz steht im Mittelpunkt, jedoch wird Sie nicht eindeutig verdammt oder glorifiziert. Mit vielen schönen Details und starker Charakterzeichnung wird die Wandlung der Hauptfigur, der Radiomoderatorin Erika Bain glaubwürdigt dargestelllt. Ihr Gegenpart ist Detective Mercer (hervorragend: Terrence Howard) welcher immer mehr vermutet daß Bain nicht nur Opfer, sondern auch Täter ist. Jodie Foster spielt hier keine uneingeschränkte Sympathieträgerin, sondern offenbart ein komplexes, uneindeutiges moralisches Geflecht. Was sicher nicht jedem Zuschauer auffallen wird. Und wie man dies und die Gestaltung des Endes deutet, bleibt auch dem Zuschauer überlassen.
Man kann dem Film eine Pro aber eben auch eine Anti-Haltung im Bezug auf Selbstjustiz unterstellen. Den Aussagen der Macher nach ist jedoch eine Anti-Aussage gewollt gewesen.. Man muss eben nur selbst das Szenario zuende denken...
Scheinbar ist man aber im Schowdown doch einen Kompromiss eingegangen, ohne den der Film sich die Höchstnote hätte verdienen können. Aber ich will hier nichts handlungsrelevantes vorweg nehmen.
Fazit:
Ein klassisches Revenge-Movie, daß jedoch im Gegensatz zu Werken mit Bronson, Norris oder Segal hintergründig ist, nicht schwarz-weiss malt und statt eines männlichen Helden eine gebrochene Frau zeigt..
Sehr sehenswerter Streifen. Auch besonders im Hinblick auf die wundervolle Kameraführung und Musik. Sehr stilvoll in Szene gesetzt. Jodie Foster spielt wie gewohnt super.
8/10