Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 02.02.2014

Unverkennbar skandinavisches Flair versprüht diese Groteske von Craig Gillespie, zumindest, solange Einsiedler Lars seinem Bruder und dessen Frau seine neue Freundin vorstellt und den kauzigen Einsiedlertum frei auslebt. Frauenmagnet Ryan Gosling spielt den Einzelgänger im Schneckenhaus sehr beachtlich und wird letztlich nur durch die Präsenz seiner „Freundin“ zurückgedrängt, die den gesamten Film über wie ein unkommentierter Elefant im Raum steht – amüsant ist es folglich, die Reaktionen seiner nächsten Verwandten zu beobachten, zugleich aber auch dramatisch.

Amerikanisch wird’s erst, als die gesamte Stadt sich an Lars’ Freundin gewöhnt hat und beschließt, ihm zu helfen. Das gebündelte Gutmenschentum kann einem die so sorgfältig aufgebaute Tragikomödie schon ein wenig vergrätzen, wenngleich es nicht ganz so penetrant übersteuert wird wie in einer waschechten US-Comedy. Insgesamt sehenswert, jedoch in Dänemark oder Norwegen entstanden, hätte man das Ding wohl auch bis zum letzten Meter voll durchgezogen.

*weitere Informationen: siehe Profil

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