Review

Planet Terror


Abgefahrenes B-Movie mit dem Prädikat Wertvoll, wenn man den Film, aufgrund seiner Machart, auf reine Unterhaltung reduziert.


Inhaltlich natürlich voll auf Trash Güte Klasse A konzipert (ausgeströmtes Gas lässt Menschen mutieren, welche dann natürlich beseitigt werden müssen) erfüllt „Planet Terror“ die ihn zugrunde liegende Idee, der Grindhousefilme aus vergangenen Jahrzehnten, mit Bravour.

Schlechte Locations, Bildrauschen, Ton-, und Zelluloidfehler, ausufernde Splattereffekte, abgefahrene unrealistische Action, viele im Sand verlaufende Handlungsstränge, schneidige Kerle, halbnackte Frauen und Gewalt bilden ein wahren Cocktail, welcher so abgefahren ist das man ihn gesehen haben kann, aber nicht muss.

Zugegeben diese Tour de Force bietet mächtig viele Onliner (z.B. Barbecuesauce), abgedrehte Einfälle => Rose McGowan und ihr Maschinengewehrbein, Blut ohne Ende und ne Darstellerriege die geiler nicht sein könnte, doch wird bei aller Liebe zum Detail, diese Suppe schnell fad und verliert mit weiterem fortschreiten an Raffinesse. Das Schema ist immer dasselbe, soll heißen: Redenszene wechselt mit blutiger Sequenz und zurück. Im Prinzip ist dies ja auch zu beklatschen, denn darin findet sich ja letzten Endes die Daseinsberechtigung von PT, doch wäre hier eine beschnittene Laufzeit ratsamer gewesen. Nur wo soll man da anfangen. Vor diesem Problem stand wohl auch Regisseur Rodrigues, dessen Kreativität schon manchen Klassiker (Desperados, From Dusk Till Dawn) ermöglichte. Gerade PT weißt viele Parallelen zu FDTD auf und muss bei dieser Ansicht dann auch Federn lassen. FDTD war einfach cooler. Doch zurück zu PT. Allein der Darsteller wegen war es sicher nicht einfach ihrem Auftreten gerecht zu werden und so musste natürlich jeder wenigsten eine knackige Szene spendiert bekommen (Bruce Willis als Pizza-Face, Tarantino mit abfaulendem Schwanz, Biehn als abgefuckter Sheriff und der btw coolste Charakter des Filmes Jeff Fahey als Barbecuekoch sind nur einige die heraus stechen) und bekam sie. Natürlich fetzen sie alle und erfüllen ihren Zweck, aber nachhaltig im Gedächtnis bleiben sie nicht. Soll wohl auch so sein. Trotzdem wirkt der Film viel mehr wie eine Aneinanderreihung vieler kurzer Geschichten, die zwingend in einem Showdown enden sollen. Zumindest mir wurde diese Tatsache nicht sympathisch.

Planet Terror ergeht es im Prinzip ähnlich wie seinem Teamplayer „Death Proof“, dem der Hype im Vorfeld zu einer Omnipräsens verhalf, der er nicht gerecht werden konnte. Kritiker und Publikum wahren gleichermaßen enttäuscht, und das obwohl beide Filme nicht schlecht geworden sind.



Sehenswert sind sie mit Sicherheit und beide Regisseure spielen eindeutig ihre Stärken aus und zumindest ich möchte keinen der Filme herausheben.

Rodrigues, der als Allrounder zum Teil auch die knackige Musik beisteuerte, hat sich wie ein kleiner Junge in den Sandkasten gesetzt und das gemacht was kleine Jungen am liebsten tun. Cowboys und Indianer gegen Mutanten und Rednecks bzw. Sickos ausgetauscht, einen spielerischen Krieg entfacht, und zwischendurch den Mädels unter dem Rock geschaut! Neid soll alle Regisseure begleiten die nicht das machen dürfen was sie wollen, wenn sie es wollen. Mr. Troublemaker darf!!!


Hirn abschalten muss bei Goutierung Pflicht sein!

Zugegeben der Wiedererkennungswert der Genrevorbilder ist gegeben und teilweise auch frei interpretierbar, doch wird dieser knallbunte Bonbon, dessen Zutaten Blut, Gewalt, Coolness, Brüste, Action und Zitate sind, die Ansichten spalten.

Für Gleichgesinnte und ein Sixpack der Heilige Gral, für alle anderen das Grauen.


7 von 10 Hoden sind es dann aber auf jeden Fall.

Details
Ähnliche Filme