Rose McGowan spielt eine Go-Go-Tänzerin, die durch eine Horde Zombies ihr Bein verliert und schließlich in einem Krankenhaus landet. Während sich die Infektion immer weiter verbreitet und mehr und mehr Leute zu blutrünstigen Bestien werden, versucht ihr Freund, gespielt von Freddy Rodriguez, mit einer Gruppe Überlebender ihr Leben zu retten und nach Mexiko zu fliehen. Doch scheinbar wurde der Virus durch das amerikanische Militär freigesetzt.
Quentin Tarantino und Robert Rodriguez sind bekanntermaßen bekennende Fans des Schundfilms und versuchen nun auch ein größeres Publikum für den Schund-Film und das Trash-Genre zu begeistern. Und das gelingt ihnen zumindest bei diesem Werk. Nachdem ich Tarantinos "Death Proof" gesehen hatte, das mich kaum begeistern konnte, habe ich eigentlich nicht mehr sonderlich viel von "Planet Terror" erwartet, wurde aber überaus positiv überrascht. Regisseur Robert Rodriguez zeigt nach "Sin City" und "From Dusk till Dawn" erneut, dass er seinem Freund und Kollegen Quentin Tarantino mittlerweile voraus ist und verteidigt auch weiterhin seinen Kultstatus.
Nach "Sin City" zeigt Rodriguez erneut eine überaus einzigartige, aber gute Umsetzung. Die ganze Zeit über verwackelt das Bild und weist diverse Störungen auf, die aber zugegebenermaßen durchaus optische beeindrucken und vor allem bei den Action-Sequenzen für Spaß und Spannung sorgen. Die Filmmusik ist auf jeden Fall ordentlich, zumal Rodriguez sowieso ein Meister auf diesem Gebiet ist und kann vor allem durch ihre Schnelligkeit beeindrucken. Die Kulisse ist meist düster, wobei dennoch keine gespannte Atmosphäre aufgebaut werden kann, weil der Film einfach zu trashig ist. Der Film ist damit zwar kurzweilig, kann aber von der ersten bis zur letzten Minute bestens unterhalten.
Die Story ist natürlich bewusst lächerlich und damit gerade gut, weil sie so schlecht ist. Die Story ist wirklich so überschaubar, dass es schon an Genialität grenzt, mit ihr die volle Laufzeit des Films zu füllen. Doch Rodriguez macht es Möglich, indem er statt charakterlicher Tiefe oder überraschender Wendungen lieber doch noch ein paar Splatter- und Action-Sequenzen einbaut. Damit ist "Planet Terror" nicht nur ein gelungener "Trash-Film", sondern auch Popcorn-Kino der Extraklasse. Mit hervorragend inszenierten Splatter-Szenen, die meiner Meinung nach gerade noch innerhalb der Grenzen des guten Geschmacks liegen und durch trashige Effekte liefert der Film wirklich alles, um gut unterhalten zu können. Hinzu kommt noch der übliche rabenschwarze Humor, den man bereits aus "From Dusk till Dawn" kennt, wobei ich "Planet Terror" noch lustiger finde. Einmal mehr lässt das Duo Tarantino, Rodriguez dutzende schräge und amüsante Ideen in den Film einfließen, wie beispielsweise eine Amok-Fahrt auf einem Poket Bike, oder ein Maschinengewehr als Beinprothese.
Rose McGowan darf nach ihrer Rolle in der Serie "Charmed" mit "Death Proof" und "Planet Terror" endlich auf die große Leinwand und kann eher durch ihren makaberen Humor und ihre weiblichen Attribute, als durch eine gute schauspielerische Leistung beeindrucken, spielt jedoch solide, aber wenn schon der ganze Film trashig ist, erwartet man auch leicht bekleidete Darstellerinnen. Freddy Rodriguez spielt ebenfalls solide und dürfte nach seinen Nebenrollen in "Poseidon" und "Bobby" allmählich seinen Durchbruch geschafft haben. Quentin Tarantino und Bruce Willis haben zwei überaus amüsante Gastauftritte.
Fazit:
"Planet Terror" ist der beste Trash-Film seit langem. Mit hervorragenden Action- und Splatter-Sequenzen, einer miserablen Story, leicht bekleideten Darstellerinnen und absichtlichen Störungen im Bild, kann Regisseur Robert Rodriguez seine Zuschauer für den Schund-Film begeistern und durch seinen rabenschwarzen Humor von der ersten bis zur letzten Minute bestens unterhalten und das Werk seines Freundes Tarantino "Death Proof" bei Weitem überbieten.