kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 16.04.2008
Tarantino liefert die Substance, Rodriguez den Style. Während "Death Proof" es viel besser gelang, den Dilettantismus in der Erzählstruktur eines Grindhousefilms zu entlarven, stützt sich Rodriguez eher auf die Schauwerte. Was die Narration betrifft, trifft "Planet Terror" leider nicht den Kern seines Betrachtungsgegenstandes - weil er aller Zeitsprünge und Kontinuitätsfehler zum Trotz zu souverän erzählt ist. Als Folge dessen bleibt das "Grindhouse-Feeling" aus.
Immerhin sieht er nach Grindhouse aus. Das waren wohl die schleimigsten und übertriebensten Splattersequenzen, die man jemals an ein größeres Publikum adressiert hat. Da werden einige der absurdesten Einfälle verarbeitet, die auf diesem Level tatsächlich durchgewunken wurden. Da zeigen die coolsten B-Mimen der letzten Generation nach langer Zeit mal wieder, wo der Hammer hängt. Was das betrifft, hat Rodriguez seine Hausaufgaben gemacht wie ein Streber.
"Death Proof" hinterlässt aber doch mehr Eindruck, weil er die Funktionsweise aufzeigt anstatt einfach nur die Optik zu simulieren. Letztendlich nehmen sich beide Beiträge auf jeden Fall nicht viel, zumal sie als Double Feature hervorragend funktionieren und die Bahnhofskinokultur wieder aus ihrem Grab entsteigen lässt.
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