Mit Direct-to-DVD-Produktionen sollte man vorsichtig sein. Oft sind darunter regelrecht faule Eier von Filmen, denen selbst im Ami-Land kein Kinostart vergönnt war, manchmal - aber nur manchmal - jedoch ist wie im Falle von Donnie Darko darunter ein missverstandenes Meisterwerk. Asylum reiht sich zweifellos in erstere Kategorie ein: Nichts, aber auch gar nichts an diesem Film hielt mich vom Gähnen ab. Na wenn das mal keine Leistung ist.
Man nehme einen eigentlich an sich ganz passablen Regisseur - hier David R. Ellis, der immerhin schon Final Destination 2 inszenierte -, einen aufstrebenden Jungstar - hier Sarah Roemer, die schon Shia La Beouf in Disturbia in den Wahnsinn trieb - und strafe beide mit einem dümmlichen 08/15-Skript, das kein erdenkliches Horrorfilmklischee auslässt. Fertig der stocklangweilige und dümmliche Film. Nochmals: *gähn*.
Irgendwie geht's um ein traumatisiertes Mädchen namens Madison (ohne „Square Garden"), gespielt von Sarah Roemer in bester Neve Campbell-Scream-Manier d.h. spröde und für keinen sexuellen Spaß zu haben, die zusammen mit ein paar anderen Kommilitonen in einem ehemaligen Irrenhaus für Kinder untergebracht wird. Die können es natürlich nicht lassen, das abgesperrte Areals zu betreten und einen auf "Na, wer traut sich?" zu machen, obwohl es ihnen untersagt wurde. Irgendwie spukt der Geist des ehemals sadistisch behandelnden und dann ermordeten Doktors - ich fühlte mich hier seltsamerweise an Nightmare on Elm Street erinnert - da aber dann deswegen trotzdem noch rum und sucht die debilen Studienanfänger in Albträumen heim, die sie mit ihren Ängsten konfrontiert... Naja und dann... ach nee, mehr verrate ich nicht, weil ich ohnehin eingepennt bin.
Die Figuren, die natürlich nacheinander das Zeitliche segnen - wenn hätts gewundert? - entsprechen gängigen Klischees und gehen dem Zuschauer trotz der versuchten 08/15-Charakterzeichnung um Drogenvergangenheit, Mordfälle in der Familie und „Dickes Kind"-Schicksale aufgrund ihrer Klischeehaftigkeit gehörig am Arsch vorbei. Für selbige anatomische Extremität ist das Drehbuch, welches kaum Spannung aufkommen lässt und nur mit dümmlichen Folterszenarien nervt, die sich herrlich sinnfrei aus der hanebüchenen Handlung um wiederkehrende, mordlüsterne Geister ergeben. Plötzlich kommt der Doktor, keiner weiß woher, und sucht die Teenies heim gemäß des "10 kleine Negerlein"-Prinzips.
Meine Fresse, ich bin ja immer noch müde... Wo ist eigentlich mein Kaffee???
(Auf mehrmaliges Herumschreien und winselndes Betteln hin bekomme ich einen Becher schwarzen Kaffees in meine Zelle... ähhhh, mein Zimmer gestellt. Allerdings musste ich damit drohen, die ganze Nacht weiter wie ein potenzieller Insasse der titelgebenden Institution für mentale Krankheiten um mich zu schlagen und schwarze Kreise an die Wände zu malen, um meinen Willen durchzusetzen, was mich zugleich wieder daran glauben lässt, dass ich eventuell doch noch die Weltherrschaft an mich reißen könnte................Nee, Moment mal, das war ja „Pinky und der Brain"... Verdammt!)
Zu Beginn - als die Studenten in das Haus einquartiert werden - glaubt der unnötig tief analysierende Cineast durchaus noch Paralellen mit Harry Potter und der Stein der Weisen erkennen zu können: Verbotene Zimmer, Geister und son Quark... Ja, ich gebs zu, ist auch schon wieder etwas her, dass ich den Zauberlehrlingsfilm Part Un das letzte Mal gesehen habe. Naja und dann geht's halt weiter wie Road Trip ohne Ausflug mit dem idiotischen Stereotypen vom Proll-Aufreißer mit Macho-Sprüchen über den klugen Computer-Nerd, die unnahbare Schöne und das verklemmte Heimchen mit Psycho-Problemen. Wer überlebt, ist schon nach 0,3 Sekunden des Vorspanns klar.
Asylum gerät in den mau synchronisierten Dialogen so hohl, dass es schmerzt, in den Charakterzeichnungen der „Figuren" genannten Stereotypen so plump, dass es weh tut und in den Wendungen so vorhersehbar, dass nicht viel fehlt, damit der Kopf so zerplatzt wie in Scanners vor Dummheit-Overload. Die einzigen Dinge, die als............................................. (sorry, mein immer schwerer werdender Kopf lag grad auf der „Punkt"-Taste) solide bezeichnet werden können, sind Kamera und Musik. Während erstere durchaus beklemmende Stimmungen zu erzeugen vermag, fängt letztere die durchaus passablen Set-Konstruktionen erfrischend unverwackelt und satt an Farben ein.
Allerdings gleichsam ein Beispiel dafür, wie viel in Asylum verschenkt wurde mit seiner ominösen und gänzlich kreativitäts- und zudem noch logikfreien „Ein Geist rächt sich"-Geschichte. Und die ist so gähnend langweilig und schwachsinnig, dass man sich nur einen Spaß machen kann aus den durchaus passablen Gore-Szenen und dem Körperbau der attraktiven Jung-Protagonisten. Mehr aber nicht. Deswegen schaue ich mir jetzt noch mal Nightmare on Elm Street in Endlosschleife an: da gibt's wenigstens Johnny Depp und eine gehörige Portion Klasse, die bei diesem einfallslosen Direct-to-Video-Schrott fehlt. Gute Nacht, ich geh dann mal albträumen von dieser filmischen Pein! (3/10)