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So schnell kann man tief sinken. Da inszenierte David R. Ellis den besten Teil der "Final Destination Trilogie", mit "Final Call" sorgte er für einen spannenden Thriller und sein "Snakes on a Plane" dürfte wirklich Jeder kennen. Und jetzt kreucht er mit diesem unterirdischen Horror in der untersten Liga. Warum gibt sich Ellis dafür her ? Ich nehme doch mal stark an, dass er bessere Angebote bekam, oder versprach ihm Produzent Ashok Amritraj ein gutes Gehalt ? Wenn, dann hat "Asylum" nicht mehr viel vom kleinen Budget abbekommen. Ist auch sofort ersichtlich an den schwachen Darstellern und der mauen Kulisse. Und wenn sich Seriendrehbuchautor Ethan Lawrence (Eureka, Pretender) schon so einen Mumpitz ausdenkt, dann soll er auch bitte für ein hohes Tempo sorgen und sich mit den hohlen Dialogen etwas zurückhalten.
Madison McBride (Sarah Römer), Holt (Jake Muxworthy), String (Cody Kasch), Maya (Caroline Garcia), Tommy (Travis Van Winkle) und Ivy (Ellen Hollman) sind die ersten Studenten, wo in das neue Wohnheim ziehen. Damals war es eine Irrenanstalt, in der Dr. Burke (Mark Rolston) grausame Versuche mit seinen Patienten machte. Der Legende nach, soll sein Geist immer noch durch das Gemäuer spuken. Die Studenten sind neugierig und wollen der Legende auf den Grund gehen, dabei setzen sie den Geist von Dr. Burke frei. Eingeschlossen im Wohnheim beginnt ein blutiger Kampf ums Überleben.

Nervige Studenten, ein Doktor der sich eher wie ein Metzger verhält und eine alte Irrenanstalt. Diese drei Komponenten verraten schon, womit wir es hier zu tun bekommen. Haufenweise Klischees und eine extrem lange Anlaufzeit, bis endlich mal etwas passiert. Doch schon bei der Kulisse muss man Abstriche machen. Der Campus war schon immer ein beliebter Ort für einen Horrorfilm, doch hier will kein Flair aufkommen. Nicht mal der stillgelegte Flügel, in dem Burke damals seine Experimente machte, wirkt gruselig. Dies versucht Ellis mit ständigem Lichtflackern und Dunkelheit zu kaschieren. Erstens man erkennt nicht viel, zweitens tuen einem irgendwann die Augen weh.
Dann haben wir da diese typischen Studenten. Da dürfen ein Prolet und ein Hacker nicht fehlen. Nicht alle Darsteller machen hier einen unterdurchschnittlichen Job, doch Travis Van Winkle (Tommy) und Randall Sims (Tutor Rez) zehren arg an den Nerven. Zusätzlich hat jeder eine dunkle Vergangenheit, beziehungsweise etwas schreckliches erlebt. Man kennt sich zwar kaum, aber trotzdem quatscht man offen über diese Probleme. Und hat man das getan, dem Zuschauer wollen schon die Augen zufallen, so taucht endlich der Onkel Doktor auf und beginnt die Gruppe nach dem zehn Negerlein Prinzip zu verkleinern.
Die Morde sind dann recht abwechslungsreich und ein paar blutige Szenen sind auch dabei. Hier und da hilft man sichtlich mit etwas CGI nach. Aber insgesamt können die Todesarten überzeugen, auch wenn es mit der Spannung nicht weit her ist. Bewaffnet mit seinen zwei Riesennadeln metzelt Burke seine Opfer zu Tode, auch über seine Vergangenheit werden wir aufgeklärt. Wer das Massaker überlebt, weiss man schon im Vorhinein, das Finale besteht dann aus einer Hetzjagd durch das Wohnheim, durch Kanalisation und Wald und endet mit einem miesen CGI-Effekt. "Asylum" kann wirklich kaum brauchbare Szenen präsentieren.

Eine Vollkatastrophe sieht zwar anders aus, aber "Asylum" ist davon nicht weit weg. Keine bedrohliche Kulisse, ein schwacher Score und viele unbekannte Gesichter. "Asylum" braucht fast eine Stunde, um einigermaßen in Gang zu kommen. Immerhin kann man dann ein paar blutige Morde und Halluzinationen bieten. Aber der Rest ist für die Katz.

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