Vor einigen Jahren. Terroristen lassen ein Flugzeug abstürzen und nur Colonel Barret McKay und fünf Kinder können überleben. McKay übernimmt die fünf elternlosen Kinder in seine Obhut und bildet sie zu Elitesoldaten aus, die als Antiterror-Einheit fungieren und wirklich brillant sind. Heute wird ein Kriegsschiff der US-Marine von einem Terroristen-Team gekapert und will ein Kongresszentrum beschießen.
Ob man mit Terry Cunninghams Codename: Elite etwas anfangen kann hängt stark von der eigenen Akzeptanz ab. In den Hauptrolle spielt nämlich ein Quintett an Jungspunden die Yuppie-Polizei des US-Verteidigungsministeriums, immer mit dem wichtigsten Auftrag die Haare schön zu haben, wohl auch direkt aus einem Modekatalog gecastet wurden und nebenher Waffenhändler und Terroristen zu erledigen. Es verwundert zwar das man fünf überlebende Kiddies zu einem Sondereingreifkommando seitens des Militärs drillt, anscheinend hat keiner der Angehörigen (neben den toten Eltern) mal nachgefragt oder wollte wenigstens sterbliche Überrest zu beerdigen zu haben.
Logik oder Ernsthaftigkeit sollte man allerdings von diesem B-Klopper nicht erwarten. Physikalische Unmöglichkeiten wie der Motoradsprung auf ein Speedboot (der in der Totalen aussieht wie 20 Meter vorbei gesprungen oder ein Auto das einen Abhang herunterrollt in dem ersichtlich der Motor ausgebaut wurde, machen eigentlich sogar Laune. Auch die oft recht guten Oneliner sorgen für einen gewissen Fun Faktor, wie gesagt vorausgesetzt man kann die Truppe von Ersatz-James-Bonds ernst nehmen.
Ich fand die vorgegebene Lockerheit und vor allem das hohe Tempo recht unterhaltend. Im Grunde passiert ständig etwas. Irgendwie hatte ich sogar oft das Gefühl in einem Pilotfilm einer Serie gelandet zu sein, denn viele Subplots werden lediglich angerissen aber nie wirklich erklärt. Die Motivation der Bad Guys (mit dem Whisky süppelnden Deutschland Export Jürgen Prochnow) bleibt auch noch recht diffus. Diese klauen zwar Minen, Raketen und sogar ein ganzes Kriegsschiff (sind aber zu doof einen eigenen Steuermann mitzubringen, so daß ein Computerspielhersteller den kahn steuern muß), aber mehr als genereller Anti-Amerikanismus kommt nicht als Erklärung.
Schön, aber auch erwartungsgemäß, das am Ende noch die späte Rache für den Elternmord erfolgen darf, war aber auch nicht schwer zu erraten. Für einen launigen Abend ist jedenfalls gesorgt und man darf dabei noch lustig Logikfehler und Continuity-Schnitzer zählen. Sicher kein großer Film, aber zumindest ein netter.
6/10