Der typische Mythos des Amerikanischen Cowboy, der hart an der Grenze des Möglichen um seine Ehre und fuer seine Familie kämpft, ist anscheinend nicht totzukriegen.
Bei Ring of Fire handelt es sich um ein Bruder/Vater/Sohn Drama mit wohlbekannten Namen.
Zwei Brueder leiten mit Ihrer Mutter zusammen eine Rinderfarm, jedoch eine solche, die sich auf Rodeobullen spezialisiert hat.
Wie auch schon der von der Mutter verjagte Vater stapft der älteste Sohn in die Stiefelabdruecke seines Daddies und wird einer der besten Bullen-Rodeo-Reiter Amerikas.
Hierbei geht es ihm weniger um Geld, sondern eher um das Gefuehl, den Bullen zu kontrollieren, mit ihm eins zu sein, die schwitzigen Momente des Kuhstallflairs auszukosten und das rasende Ungetüm zu besiegen.
Eines Tages jedoch erwischt es ihn hart; die Rodeo Clowns koennen das 0,5 Tonnen Unheil nicht von ihm abwenden und der Bulle zermanscht den Helden ordentlich im grobkoernigen Sand unter Marlboro und Budweiser Werbeplakaten.
Nachdem er schwerverletzt mit einer Platte im Kopf ueberlebt, schliesst er sich und seiner Familie zuliebe mit dem Rodeo ab....bis sein Bruder eines Tages den gemeinsten, brutalsten und wildesten Bullen der Welt beim Kartenspielen gewinnt.
Er fühlt, die rasende Bestie will bezwungen werden, und er muss sich eins werden mit seiner Vergangenheit, aus dem grossen Schatten des Vaters herausspringen usw.
Klingt alles sehr kitschig. Und das ist es auch.
Der Mann mit dem Schaden entwickelt sich ganz schnell zum schwarzen Schaf der Familie und zieht sein eigenes Ding durch, obwohl ein einziger unglücklicher Sturz sein Ende sein koennte.
Zwischen all dem Arenastaub, den grobwildledernen Arbeitshandschuhen, die kräftige Rodeoseile umklammern und eeennnnnnnnnnndlosen Zeitlupeneinstellungen von spritzendem Sand, finden sich natürliche, weisse Amerikaner' zu Countryfesten ein, auf denen gelacht wird, getanzt, und spaeter (als all die braven Kinder schon schlafen) gehurt und gesoffen wird, was das Zeug haelt.
Herzige, alleinstehende Muetter setzen in 10 sekündigen Szenen eine Blechtasse mit schwarzem Kaffee an die verdorrten Lippen und sehnsuechtige Blicke der Familie reissen am Zuschauerherz, wenn der boese Sohn ein weiteres Rodeo gewinnt, auf seiner Mekka-Reise nach Las Vegas, wo die 'Finals' stattfinden sollen.
Das schwarze Schaf findet seinen Vater und erkennt dessen düsteren Seiten an sich selbst wieder, aendert sich schlagartig, der Familie (vor allem der Bruder hat es ihm angetan) zu liebe und gewinnt dieses 'verdammte Final'.
Es kommt noch eine Tragödie hinzu und zwischenzeitlich sieht man eine etwas abgehalfterte Daryl Hannah, die schon besseres vollbracht hat, als Ihren Namen fuer einen 90 minuetigen Marlboro Werbespot herzugeben.
Der "american way of life" funktioniert in diesem Film; zwar müssen harte Opfer erbracht werden, doch dafuer ist man sich seiner Ehre und in Zeitlupe fliegendem Staub sicher.
Dazu noch wundervolle Aufnahmen des Westens und zitternde Bullen, was will man mehr?
Packend ist dieser Film an einigen Stellen schon, er ist professionell gemacht und kein B-Movie, aber denoch etwas zu unverständliche Kost fürr einen Nicht-Redneck, wie ich es mal ausdruecken moechte.
Nur die Tränen allein, die ein paar Szenen herausquetschen wollen, machen dies jedoch nicht zu einem guten Film.
..oder um es mit den Angstworten des Hauptdarstellers zu erklären, der diesen Fetzen Ruhm aus dem Sieg seines Daddies bei damaligen Rodeo-Finals mitbrachte:
'Besser wird`s nicht mein Junge !'
5/10