Zu den immer wieder besonders schlecht besprochenen und/oder in Grund und Boden verdammten Filmen, die praktisch jedem mal im Spätprogramm über die Füße gelaufen sind, gehört sicherlich „The Bone Eater“ eine Sci-Fi-Channel-Eigenproduktion, die sich maximal wegen ihrer – unter TV-SF-Fans – recht populären Besetzung einer gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat.
Da tummeln sich im Jahre 2007 diverse Heroen aus längst vergangenen TV-Zeiten, mit Bruce „Agentin mit Herz/Babylon5“ Boxleitner in der Hauptrolle und Gil Gerard („Buck Rogers“) und Walter Koenig („Star Trek/Babylon5“) in Nebenrollen und als Quoten-Indianer auch noch Michael „Twin Peaks“ Horse mit Kopfschmuck obendrauf. (Gut, wir wollen nicht übertreiben, Koenig nimmt hier maximal für 30 Sekunden einen Telefonanruf entgegen und der spielt auch noch im weiteren Verlauf des Films keine besondere Rolle.)
Was man dann zu sehen bekommt, würde sonst einen flotten Monster- oder Rieseninsektenfilm rechtfertigen, die dramatische Mär von der Schändung des indianischen Wüstengrunds, der üble Folgen nach sich zieht. Aber ach, wäre doch wenigstens ein fieses Monstrum aus der indianischen Mythologie unterwegs, stattdessen entsteht hier der „Bone Eater“ neu, eine aus alten Knochen zusammengesetzte Riesengestalt, die so obermies und unterbillig am PC zusammengepißt wurde, dass das heute jeder Achtjährige mit seinem Smartphone besser gestalten könnte. Jede Figur auf einem frühen Gameboy war flüssiger animiert und detailreicher gestaltet, als dieser eckig grummelnde Monsterpfosten, der später auch noch auf einem Geister-Dampf-Pferd reiten kann, was – die einzige Sensation in diesem Film – noch beschissener animiert ist, als die Knochenfigur pur.
Der Plot folgt dem ungeschriebenen Gesetz, dass viele eingeführte Nebenfiguren auch viele potentielle Opfer ergeben, wenn wir eben ein unbesiegbares Monster schon mal haben. Und so summieren sich die zu Knochenstaub Zerfallenen: Bauarbeitertrio, Prospektoren, eine Studentengruppe, die Sekretärin der Polizeiwache samt Gschpusi, den Baustellenchef und natürlich auch den pösen Immobilienhai mitsamt seines servilen Handlangers.
Bis es soweit ist, wird reichlich im Dunkeln getappt und rumgetalkt, was sich um so negativer in Sachen Langeweile auswirkt, wenn man den „Bären“ schon vor den Vortiteln gleich in epischer Breite serviert bekommt und so keine Überraschungen mehr bleiben. Also gehen kurz darauf die Bauarbeiter auf den Chef los, der auf die Indianer und der arme Sheriff muss sich auch noch um sein Töchterlein auf Urlaub kümmern. Derweil liegt die einzige Waffe (ein Impro-Tomahawk aus einem Büffelkiefer, der ausschaut, wie im Kindergarten-Werkunterricht mit Uhu gebastelt) die ganze Zeit bei einem ahnungslosen Jungspund auf der Ladefläche.
In einer besonders wirren und überflüssigen Nebenhandlung geriert sich auch noch ein glatzköpfiger Indianerrenegat als machtgeiler Welteroberer und bekommt irgendwann gottseidank ein Messer in die Brust, stört zuvor aber immer wieder nachhaltig den Plot, um die 90 Minuten voll zu bekommen.
Michael Horse sondert seltsames Zeugs ab, nach dem Bruce Boxleitner viel zu selten fragt und glauben, dass Letzterer ein Indianerabkömmling ist, wollen wir schon gar nicht. Um zu lustig-peinlicher wird es dann, wenn Bruce in voller Kriegsbemalung am Ende zum Duell auf einer Wüstenautobahn anreitet, mit den miesesten Unwettertricks der Filmgeschichte an den Hufen.
Wäre also schön, wenn der Film so richtig lachhaft schrecklich wäre, leider nimmt er sich viel zu ernst und ist damit meistens tödlich langweilig, die meisten Monster-Attacken sind überdies einfallslos inszeniert und laufen alle nach dem gleichen Schema ab (und enden immer auf „Aaaaaaaah….“, wenn die Opfer wahlweise zu Staub zerfallen oder in eine der vielen Wüstenschluchten stürzen).
„Sci-Fi“, der ja jetzt „SyFy“ heißt, hat natürlich ziemlich viele Kackfilme inszeniert – aber den hier kann ich kaum den Trashfans empfehlen, dafür ist einfach zu wenig los. (2/10)