Review

Irgendwann endet auch der schönste Urlaub, man sitzt auf irgendeinem Flughafen und das Einzige was einem bleibt bevor man zurück in die kalte Heimat kommt ist die Hoffnung auf ein paar gute Filme auf dem Heimflug.
Gerade gestern ging es mir wieder so. Blöderweise bestand das Filmprogramm an Bord der Boeing aus Invasion (den hatte ich schon gesehen), Bee Movie und Sydney White. Klar, da war ich schon wieder auf dem Boden der Realität bevor ich noch daheim war. Alles keine Hochkaräter, doch was blieb mir übrig. Während Invasion lief konnte ich noch mein aktuelles Buch zuende lesen, danach trat Langeweile auf und wenig später startete "Sydney White"...

Sydney ist nicht wie andere Mädchen, das liegt schon an ihrem Background. Ihr Vater ist Bauarbeiter und sie ist quasi unter seinen Kollegen aufgewachsen. Die Mutter, ehemalige College-Verbindungs-"Queen" ist schon seit längerem tot und als Sydney am selben College angenommen wird wie die liebe Mutter, träumt sie natürlich davon in ihre Fusstapfen treten zu können.
Auf dem College angekommen stellt sie recht schnell fest, daß die Verbindung ihrer Mutter von einer arroganten blonden Zicke dominiert um nicht zu sagen terrorisiert wird. Die üblichen Aufnahmerituale macht sie aber trotzdem mit um dann im finalen Augenblick mit Schimpf und Schande davongejagt zu werden.
Unterschlupf findet sie danach im "Vortex", wo sie auf einen Haufen Nerds trifft, die allesamt nirgendwo Anschluß gefunden haben. Langsam aber sicher beginnt sie die Jungs dort umzukrempeln und auch am Beliebtheits-Monopol der blonden Zimtzicke zu kratzen. Dazu gesellt sich noch der sich in sie verliebende College-Sunnyboy und fertig ist die Chose.
Das Rest kann man sich denken, ist also keiner weiteren Erwähnung wert.

Was kann man überhaupt über diese Art von Filmen sagen?
Diese College-Stories sind sowas von ausgelutscht, daß es schon weh tut. Das Genre lebt eigentlich immer von den gleichen Versatzstücken, die da sind, Aussenseiter/in muß sich gegen College-Clique durchsetzen, er/sie liebt sie/ihn zuerst nicht und dann doch, die als komplette Idioten dargestellten sogenannten Nerds, meist recht derbe Aufnahme-Rituale von Verbindungen,
Cheerleader, Football und vielleicht der eine oder andere mitfühlende oder auch durchgeknallte Lehrer.

All das schwirrte offensichtlich auch im Kopf des nicht allzu kreativen Drehbuchautors herum. Der verband dann die paar Fragmente mit einigen Füllszenen und fertig war "Sydney White"!
Oder waren die Drehbuchautoren damals schon im Streik und irgendwer hatte schon mal ein paar dieser Filmchen gesehen, hatte das Sagen und man kurbelte den Streifen einfach ohne Script herunter? Egal wie die Story letztlich zustande kam, dabei herausgekommen ist eben nur ein uninspirierter Teenie-Film wie so viele andere vor ihm auch.

Da diese Filme meist sehr billig produziert werden, kann man natürlich auch keine Stars darin erwarten. Hier gibt es eigentlich nur No-Name Darsteller/Innen mit mehr oder weniger gutem Aussehen und mäßigem/durchschnittlichen Talent. Eben genau den Kompromiss aus wenig Budget und dem was die sogenannte Zielgruppe vermeintlich anspricht.
Für meine Begriffe war die Darstellerin der Shirley sogar recht natürlich, auch wenn die Augenrollerei mit der Zeit etwas nervte.

Grundsätzlich kann der Film auf mäßigem Niveau unterhalten. Für schlichtere oder auch jüngere Gemüter mag er sogar richtig lustig sein.
Mir verhalf er vor allem direkt nach dem Abspann zu ein paar Stunden bitter benötigtem Schlaf. Nach fast 15 Stunden Anreise bis Deutschland und noch weiteren drei Stunden Fahrt bis nach Hause war ich für den durch "Sydney White" geförderten Schlaf echt dankbar. So konnte ich sogar diesem mehr als mittelmäßigen Film noch einen positiven Aspekt abgewinnen.
(5,5 Punkte von 10)

PS: Die Synchronisation ist teilweise echt daneben - total unpassende Stimmen!

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