kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 18.12.2010
"Echoes" war und ist ein hocheffektiver Schocker, der aber in etwa so viel zur Fortsetzung taugt wie "White Noise" - kann man machen, aber wozu? Dass die Macher der Fortsetzung sich dadurch in einer bequemen Situation befinden, merkt man "Echoes 2" an. Auch wenn der ein oder andere Bezug zum ersten Teil vorhanden sein mag, man muss schon mit Aufmerksamkeit danach suchen. Alles in allem entwickelt sich hier befreit von allen Altlasten eine ganz neue Geschichte mit ähnlichen (nicht einmal identischen) Filmregeln, die es schwer machen, "Echoes 2" als Nachfolger von "Echoes" erkenntlich zu machen.
Verknüpft wird die bis dato relativ funktionelle Visionen-Prämisse mit Post-9/11-Traumata, die zwar für eine schwer im Magen liegende Szene sorgen, ansonsten aber relativ ungeschickt in die Geschichte verpflanzt werden und wie ein Story-Anhängsel an einem mechanisch funktionierenden Horrorthriller wirken.
Für die Visionen wird ein Verbrennungsmotiv gewählt, das zuverlässig immer wiederkehrt und so die Abwechslung der Visionen im Vorgänger vermissen lässt; allerdings muss man auch sagen, dass die Schocks wohldosiert kommen und effektetechnisch angenehm präsentiert werden - so wie auch der gesamte Look und die erstaunlich hoch gehaltene Kurzweil - und das, obwohl der Film voll ist mit Füllszenen. Bestimmte Einfälle hätten auch beileibe nicht umgesetzt werden müssen, als da wäre beispielsweise eine lächerliche "freundlicher Helfergeist"-Szene im Krankenhaus mit Verschwindibus-Effekt.
Lowe geht in Ordnung, ist aber in den emotionalen Momenten überfordert.
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