Review

Auf dem Papier klingt sie nicht schlecht, die verrückte Story um zwei Drogen-Kumpels, ein paar Satanisten und eine als Ritter verkleidete Gruppe Kleinwüchsiger.
Doch man merkt bereits nach einer Viertelstunde, dass hier der Schwung fehlt und man dem Titel im Verlauf wohl eher nicht gerecht werden wird.

Im Zentrum der Verstrickungen stehen Drogenkonsumenten Dexter und Royce, die bei ihrem Dealer Omar eine Menge Schulden gemacht haben. Unter Zeitdruck sollen sie nun Drogen verticken, konsumieren jedoch selbige und wollen stattdessen den Safe in einer Villa knacken. Dummerweise stirbt ihre Freundin Matti an einer Überdosis, doch just als sie im Keller eines Autokinos begraben werden soll, kommen ihnen Satanisten in die Quere, woraufhin Matti erwacht und eine turbulente Flucht beginnt…

…die bis auf zwei kurze Autoverfolgungen nicht allzu viel Action vorzuweisen hat.
Die Welt im titelgebenden „Weirdsville“ ist verdammt klein und so treffen Figuren verschiedener Lager immer wieder durch arg konstruierte Zufälle aufeinander.
Drei, vier mal gelangen Dexter und Royce über sehr skurrile Umwege in die Villa eines New-Age-Spinners, verlieren Matti mehrfach aus den Augen und treffen sie beispielsweise auf die Sekunde genau an der Straße, wo sie gerade aus einer Kneipe geworfen wurde, während die Satanisten (keine Grufties, sondern Anzugträger) wie auf Knopfdruck immer kurz nach den beiden Flüchtigen vor Ort sind.
Das alles wäre verzeihlich, doch dem Gesamtbild mangelt es vor allem an frechen Ideen.

Ein positiver Aspekt ist, Erzähltes in Bilder zu verpacken, wodurch Abwechslung geschaffen wird, etwa, wie der New-Age-Spinner einen Eiszapfen in den Kopf bekam.
Auch die verzerrten Bilder, die den Zustand unter Drogen beider Hauptfiguren untermauern, bieten ein paar (nachvollziehbare) Eindrücke, doch Drogenkonsum allein macht die beiden eben nicht sympathisch genug, da man von ihnen zu wenig Persönliches erfährt.
Deren Sprüche kommen über kleinere Schmunzler kaum hinaus und auch der Wortwitz bei den Dialogen der Satanisten beschränkt sich auf das Spiel mit zentralen Begriffen wie Luzifer oder Jesus Christus.
Ferner ist die Rolle des kleinwüchsigen Wachmanns, den die beiden während ihrer Flucht in ein Einkaufszentrum kennen lernen, reichlich undankbar ausgefallen.
Erst erschleichen sie sich sein Vertrauen, dann taucht er gewissermaßen ab, nur um für zwei, drei Szenen mit seinen Kumpels die Keule zu schwingen.

Zugegeben, Wes Bentley und Scott Speedman haben als Royce und Dexter ein paar gelungene Momente, einzelne Songs sind stimmungsvoll, manche Exkurse unter Drogeneinwirkung bemerkenswert atmosphärisch eingefangen und auch kleine Szenen mit Symbolcharakter, wie die mit einer Ratte oder dem letzten grünen Blatt an einem Strauch, lassen erahnen, dass durchaus mehr Tiefgang drin gewesen wäre.
Doch am Ende steht eine seichte, schwarze Komödie, der es an allen Ecken und Enden an Biss mangelt und nicht so genau weiß, ob sie nun zwei gescheiterte Existenzen in den Mittelpunkt stellt oder deren Flucht.

Es bleibt insgesamt zu harmlos, was eine FSK16 bereits vermuten lässt. Viel zu selten wird treffsichere Situationskomik ins Spiel gebracht, wie mit der Wahl zweier völlig absurder Maskierungen oder dem Umstand, wie einer der Satanisten einen Abgang macht.
Es wirkt, als traue man sich nicht, derbere Gags zu bringen, um bloß keine Moralapostel zu erzürnen (die sich diese merkwürdige Mischung wohl ohnehin nicht ansähen).
Daraus ergibt sich letztlich eine Geschichte, die im Gesamtbild zwar flockige Laune verbreitet, aber eben zu keiner Zeit für einen richtigen Lacher taugt.
5,5 von 10

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