Review
von bigimot66
Kristen (Liv Tyler) und James (Scott Speedman) verbringen die Nacht in einem Haus mitten im Wald. Nachdem Kristen zuvor Scott`s Heiratsantrag ablehnte ist die Stimmung ziemlich unten als es plötzlich an der Türe klopft. Draussen steht ein Mädchen, daß nach Tamara fragt, die selbstverständlich weder anwesend noch bekannt ist. Im Laufe der Nacht wird das Paar dann durch allerhand Getöse und Geknarze terrorisiert um sich dann drei maskierten Gestalten gegenüberzusehen, die ihnen nach dem Leben trachten.
Was sich da auf dem Cover der aus dem Urlaub mitgebrachten DVD noch relativ interessant anhörte, mußte ich bereits nach den ersten 15 - 20 Minuten innerlich stark revidieren. Interessant war hier überhaupt nichts, ganz im Gegenteil! Bis zu diesem Punkt war der Streifen sterbenslangweilig und offenbarte neben dem schwachen Drehbuch gleich noch zwei sehr schwache Hauptdarsteller.
Um es mal vorweg zu nehmen macht die ganze Sache mit dem mißglückten Heiratsantrag nicht wirklich viel Sinn und rechtfertigt den anfänglichen Leerlauf in keinster Weise.Wenn ich gerade von Sinn schreibe, dann fällt mir ein, daß hier schon der erste Stilbruch stattfindet, denn alles in allem betrachtet gibt es in "The Strangers" keine Erklärungen bzw. keinen tieferen Sinn hinter den Geschehnissen. Wozu also dem Paar diesen langweiligen Background geben?
Vielleicht weiß das ja der Autoren-Praktikant, der den ganzen Nonsens zusammengeschustert hat....
Nach der anfänglichen Langeweile geht Drehbuchautor und Regisseur Bryan Bertino dann ziemlich schnell zu dem über, was er für einen wirkungsvollen Spannungsaufbau hält.Und der geht dann ungefähr so, daß eine weitere Viertelstunde der Spielzeit damit verplempert wird mittels jeder Menge an Gepolter, Geklopfe, Geklirre, Gegrummel und sonstigem Getöse den Zuschauer gefälligst dazu zu bringen, Spannung und Grauen zu empfinden.
Mag sein, daß sowas auf dem Reißbrett in der Drehbuch-Autoren-Baumschule funktioniert, aber in diesem Film sicherlich nicht! Spätestens hier merkt man, daß der Mann absolut keinen Plan und vor allem kein Gefühl oder gar Timing für sowas besitzt. Die ganze Geräuschkulisse nervt einfach total und ist leider nicht im mindesten unheimlich, von aufkommender Spannung will ich hier gar nicht reden!
Was danach kommt ist dann eigentlich nur noch die Steigerung des bereits gesehenen, der Auftritt der dämlich maskierten Gestalten, das allzu vorhersehbare Ende von James`s Freund, etwas Versteckspiel in Haus und Scheune, nebst angrenzenden Unterholz und ein Ende ohne Erklärung nach dem Motto "das Böse ist immer und überall!"
Insgesamt betrachtet gibt "The Strangers" weder für Regisseur und Autor Bertino noch für seine beiden Hauptdarsteller Tyler und Speedman eine gute Visitenkarte ab.
Liv Tyler, die Tochter von Aerosmith-Zombie, Steven Tyler darf hier sogar ihr ganzes Repertoire an nicht vorhandenem Talent zur Schau stellen. Ihr Auftritt ist mit Abstand das Gruseligste und Furchterregendste im ganzen Film! Weder Mimik, Gestik, Körpersprache noch Dialoge passen - nicht einmal ordentlich kreischen kann die Arme! Eine der mit Abstand schwächsten schauspielerischen Leistungen die ich seit langem gesehen habe!
Wenigstens ist die Gute nicht allein, denn da ist ja auch noch der männliche Hauptdarsteller Scott Speedman, der sich auch hier wieder nicht mit filmischem Ruhm bekleckerte.
Falls sich überhaupt jemand an den Mann erinnern kann, dann sicherlich durch sein Mitwirken in den ersten beiden Underworld-Filmen. Schon dort reizte er sein ganzes schauspielerisches Können bis zum Limit aus und war vergessen bevor der Abspann lief.Ungefähr so kann man auch seinen Auftritt hier beschreiben - eben farb- und glanzlos ohne jeglichen Erinnerungswert!
Auch wenn mir die drei Maskierten ob ihrer dämlichen Masken ziemlich auf den Keks gingen, sind sie für mich zumindest die wahren Gewinner des ganzen unnützen Spektakels. Da die Gesichter dieser drei "Schauspieler" praktisch nie vollständig zu sehen sind, kann sie niemand mit "The Strangers" in Verbindung bringen. Daher keine Häme durch Freunde und Bekannte und die Chance nochmal ganz von vorn anzufangen - entweder als Schauspieler oder vielleicht doch besser als Regalauffüller im Supermarkt um die Ecke!
Fazit: "The Strangers" hat das Klassenziel nahezu vollständig verfehlt. Keine Spannung, keine Überraschungen, schwache Darsteller/Drehbuch/Regie! Bestenfalls das Ende und die handwerklich ordentliche Umsetzung rechtfertigen das Anschauen!