Review

My Home Is My Castle ... bis es an der Tür klopft

The Strangers (2008): Was tun, wenn man in den eigenen vier Wänden terrorisiert wird und die Angreifer nur ein Ziel haben: Mord.

Inhalt: Der Champagner liegt kalt, Rosenblätter schmücken Bett und Badewanne, doch als das junge Paar Kirsten (Liv Tyler) und James (Scott Speedman) das Ferienhaus am Wald erreichen ist die Stimmung im Keller. Kirsten hat James Heiratsantrag abgelehnt. Und so kommen die beiden in das abgeschiedene Haus voller Romantik. Doch was gibt es noch zu sagen, wenn scheinbar keine Zukunft mehr vorhanden ist?
Mit der Ausrede, Zigaretten zu holen, macht sich James auf den Weg um ein wenig allein zu sein. Auch Kirsten ist allein, bis es mitten in der Nacht an die Tür klopft. Allerdings ist niemand zu sehen. Doch als sie wieder ins Wohnzimmer zurückkehrt, haben sich einige kleine DInge verändert und Panik steigt in ihr auf - ist jemand im Haus?

Review: The Strangers ist eigentlich ein Klassiker á la „Last House On The Left“. Ein Pärchen sitzt allein in einem Haus am Waldrand und um das Haus und auch im Haus schleichen Unbekannte herum.
Etwas schwerfällig beginnt die Geschichte der Beiden Nicht-Verlobten. Erst als sie das Haus erreichen, wird in einem Rückblick die Situation aufgelöst, dass Kirsten den Antrag abgelehnt hat. Dann aber schafft der Film für einen  kurze Phase eine wirklich dichte Atmosphäre: Erst zwischen den Beiden und dann vor allem nachdem James das Haus verlassen hat. Nach dem Klopfen an der Tür, ist das Haus nicht mehr, wie es war. Während Kirsten sich davor am Kamin gemütlich wärmte, erscheint das Knacken des Feuers nun bedrohlich. Das Heim ist nicht mehr heimisch, sondern wirkt fremd. Dies gelingt besonders durch eine gute Bildsprache und ein gelungenes Sounddesign.
Durch die Wahl der Handkamera ist der Zuschauer immer an den Ängsten der Hauptdarsteller und wird gerade im ersten Drittel des Film wirklich gefesselt. Was für ein Geräusch kommt dort von Außen?
Lange vor den beiden Figuren im Film, weiß der Zuschauer auf unheimliche Art, dass die Angreifer längst im Haus sind. Während Kirsten noch gebannt auf den Vorhang nach draussen starrt, steht der Einbracher längst mit ihr im selben Raum. Hier schafft der Film Dichte, die er dann aber sehr rapide verliert und zu einem Film von Vielen wird.

Der Film verharrt lange beim Klopfen an der Tür und beim Abwarten, bei schmalspurigen Dialogen und einen Haufen unlogischer Handlungen. Was am Anfang noch als atmosphärisch unheimlich funktioniert, nutzt sich ab und wird langweilig. Beim zehnten Umschnitt bei dem der Mörder „plötzlich“ verschwunden ist, obwohl er gerade noch da war, gähnt man spätestens das erste Mal. Und was ist das? Ein leerer Platz an dem eine Axt gehangen hat ... mmh, was das wohl bedeutet?

Ein wenig (wirklich nur ein klitzekleines bisschen, denn mehr wäre eine Beleidigung) geht der Film in Richtung „Funny Games“. Dem Zuschauer wird nicht gesagt, warum die drei Maskierten dieses Verbrechen begehen - außer um seiner selbst Willen. Welch Erkenntnisgewinn nach 85 Minuten.

Kein Film den man sehen muss:

5,5 Punkte von 10

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