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Amityville Curse

Wir beginnen mit einem Rückblick: Während einer nächtlichen Beichtstunde wird der Priester von einem Unbekannten erschossen. Kurz darauf wird die Kirche geschlossen und das Kircheninventar samt Beichtstuhl im Keller des Priesterhauses verfrachtet, warum auch immer.
Was wir dann sehen, ist eine Gruppe von 5 Freunden, die Jahre später das mittlerweile verfallene aber immerhin komplett möblierte Haus kaufen. Das Haus sieht wie ein gruseliges Drecksloch aus, ist aber bestimmt eine richtig gute Geldanlage. Ganz bestimmt. Und die Möbel sind nach Jahren der Verwahrlosung in einem kalten, feuchten Haus auch noch einwandfrei, abgesehen von Staub und Spinnenweben. Kein Problem also.
Da im Keller der Beichtstuhl des ermordeten Priesters vor sich hin schimmelt, wir einen mysteriösen ungelösten Mordfall haben, die Geschichte in einem gruseligen alten Haus spielt und das Ganze auch noch ‚Amityville‘ heißt, muss ja irgendwann was passieren, dass der Bezeichnung Horrorfilm überhaupt gerecht wird.

Amityville Cures beinhaltet einige Elemente, die den Film so bemerkenswert machen:
Ich habe selten eine so unglaublich unsympathische Riege von Arschgeigen gesehen, die den Maincast eines Films ausmachen. Psychologe Marvin betrachtet sich als den Schlaumeier der Gruppe, der gern mal spontan seine berufliche Qualifikation anderen unter die Nase reibt. Besonders gern macht er das bei Frank, der seine Kindheit vergessen hat. Seine von Visionen geplagte Frau hingegen stellt er vorzugsweise mit Tabletten ruhig. Schließlich glaubt er nicht an den übernatürlichen Kram. Franks Frau Abigail scheint die einzige mit Verstand im Raum zu sein, was sie leider auch nicht sympathischer macht. Bleibt noch Bill, der so langweilig und blass ist, dass man ihn vergisst, kaum hat er das sichtbare Bild verlassen.
Abgesehen davon liest sich das Ganze auf dem Papier gar nicht so schlecht: Ein mysteriöser Mord, Visionen von aufgehängten Menschen und Dämonen, ein Haus mit Gruselatmosphäre. Klingt alles gar nicht schlecht. Leider war Regisseur Tom Berry nicht mal ansatzweise in der Lage, das Potential – so gering es auch war – zu nutzen. Seine Regie erweckt oft den Eindruck, das er irgendwie einen Horrorfilm drehen wollte, alles reinwarf, was gruselig sein könnte und dann völlig planlos und untalentiert ans Werk ging. Ich habe selten einen Horrorfilm gesehen, der so unglaublich plump, öde und schlecht gemacht ist wie Amityville Curse.
Das einzige, was hier halbwegs funktioniert, ist das Setdesign.
Da bieten selbst Gurken wie die misslungene Neuverfilmung von „The Haunting“ (1999) mehr Unterhaltung als dieser Käse.
Nicht einmal das blutige Finale kann da noch etwas herausreißen. Selbst in den letzten 15 minuten stolpert der Film unmotiviert auf sein unweigerliches Ende zu. Ab in den Sarg damit.

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