Review

Inhalt:
1974: Vier Kinder, Wendy Richards (Leslie Scott), Jude Cunningham (Karen Forbes), Kelly Lynch (Joyce Kite) und Nick McBride (Brock Simpson), spielen in einem verlassenen altem Schulgebäude verstecken.
Wenig später kommen die drei Geschwister Alex (Dean Bosacki), Robin (Tammy Bourne) und Kim (Debbie Greenfield) an dem Gebäude vorbei.
Während Kim ihr Biologiebuch vergessen hat und zurückkehrt um dieses zu holen, geht Alex alleine weiter während sich Robin zu den Kindern in der Schule gesellt.
Diese fangen jedoch an sie aus Spaß zu ärgern und durch das Gebäude zu jagen.
Unglücklicherweise stürzt Robin in Panik aus einem Fenster in den Tod.
Aus Angst vor den Konsequenzen beschließt die Gruppe nichts über ihre Beteiligung an dem Unglück zu erzählen.
Da sie offenbar niemand beobachtet hat scheint der Plan aufzugehen. Als Robins Leiche gefunden wird vermutet die Polizei das sie das Opfer eines Sexuladelikts wurde und beim Versuch sich zu wehren starb.

Als dann ein Verdächtiger, Lennart March, ein bereits polizeilich bekannter Sexualstraftäter, zu einer Routinebefragung abgeholt werden soll, schlägt dieser einen Polizisten nieder und begeht Fahrerflucht. Bei der Verfolgungsjagd hat March einen Unfall und erleidet dabei schwere Brandverletzungen.
Lennart überlebt zwar ist aber als Folge des Unfalls schwer verstümmelt und wird, da man ihn nun für den Mörder von Robin hält, in eine Nervenheilanstalt in Cleveland eingewiesen wo er sich in eine katatonische Schizophrenie zurückzieht.

6 Jahre später:
Kims Familie leidet immer noch unter Robins Tod.
Kim Jamie Lee Curtis) und ihr Bruder Alex (Michael Tough) gehen inzwischen auf die Alexander Hamilton Senior High School, wo ihr Vater, Mr. Hammond (Leslie Nielsen), Direktor ist.
Als Hausmeister arbeitet dort Sykes (Robert A. Silverman), den die Schüler für verrückt halten und glauben er würde die Mädchen heimlich in den Umkleideräumen beobachten.
Es ist ein Tag vor der Prom Night, dem Abschlussball.
Kim und Nick (Casey Stevens), der inzwischen ihr Freund ist, sind Prom Queen und Prom King.
Wendy (Anne-Marie Martin), die vorher mit Nick zusammen war und nun eifersüchtig ist, tut sich mit dem örtichen Schulrowdy Lou Farmer (David Mucci) zusammen um Kim und Nicks Auftritt bei der Prom Night zu sabotieren.
Jude (Joy Thompson) wird von Seymour "Slick" Crane (Sheldon Rybowski) gefragt ob sie mit ihm als Partner zum Ball gehen möchte.
Alles scheint normal zu sein doch Wendy, Nick, Jude und Kelly (Mary Beth Rubens) seltsame Anrufe.
Nick´ s Vater Lt. McBride (George Touliatos), der schon damals an den Untersuchungen zum Tod von Robin beteiligt war, erhält die Nachricht das Lennart March aus der Anstalt geflohen ist und eine Krankenschwester als Geisel genommen hat.
Bald darauf wird die Leiche der Frau in dem alten Gebäude gefunden wo auch Robin ihr Leben ließ.
Nach kurzer Beratung mit Dr. Fairchild (David Gardner), dem Arzt der damals für Lennart zuständig, lässt der Lt. in der ganzen Stadt nach Lennart fahnden. Gleichzeitig sollen die Flucht Lennarts und der Mord vor den Einwohnern der Stadt geheimgehalten werden, da die Nachricht von einem entflohenen, durch Verbrennnungen entstellten, gewaltätigen Geisteskranken Panik verursachen könnte (was ich persönlich für keine gute Idee halte. In der Realität würde das anders laufen.).
Als die Prom Night schließlich beginnt, startet eine unheimliche Mordserie... .

Meinung:

Prom Night gehört neben Halloween und Freitag der 13. zu den ersten Slasherfilmen und wurde 2008 als Remake neu verfilmt.
Als ich mir Prom Night mal wieder ansah fielen mir Parallelen zu Ich weiß, was du....
In beiden Filmen geht es um eine Gruppe von Leuten, die wegen einem Unfall, den sie verschuldet haben, in der Gegenwart unerfreulichen Ereignissen ausgesetzt sind.
Natürlich zieht sich diese Thematik durch viele andere Slasherfilme, doch beim Anschauen von Prom Night musste ich zuerst an Ich weiß... denken.

Weiterhin verhalten sich die Teenager in diesem Film einigermaßen normal.
Natürlich finden sich hier auch wieder die typischen Klischeefiguren (der Rowdy, die durchtriebene Zicke).
Doch dies fällt nicht so schwer ins Gewicht da der Film durch eine gelungene Atmosphäre und gute Darsteller, vor allem Jamie Lee Curtis und Leslie Nielsen, sehr aufgewertet wird.
Der Verlust der Schwester/Tochter belastet die Famile immer noch (Kim: Heute ist ein schrecklicher Tag. Es ist Robins Tag. Mom ist völlig fertig. Und Dad auch. Er zeigt es bloß nicht so.)
Ohne die Slasherelemente hätte Prom Night auch ein bewegendes Drama werden können.
Positiv ist auch das der Killer keine unaufhaltsame Mordmaschine wie Jason Voorhees oder Michael Myers ist.
Seine Motivation ist (nach den Regeln des Genres) nachvollziehbar. Auch was die Maskierung angeht unterscheidet sich der Antagonist von anderen Killern aus Filmen wie Drive Thru, Girls Nite Out, Tag der Teufel oder Silent Night, Deadly Night wo die Killer aufwendige Masken und Kostüme tragen.
Der Mörder in Prom Night trägt komplett schwarze Kleidung und eine schwarze Sturmhaube, was einfach aber wirkungsvoll ist.
Auch Kim´ s Rolle als Final Girl ist interessant.
Fast vom ersten Augenblick an als Kim und Nick mit dem Killer konfrontiert werden, ergreifen sie die Initiative.
Zudem sind die einzelnen Kampfszenen realistisch dargestellt.
In Ronald M. Hahns und Volker Jansens Lexikon des Horrorfilms (1989) wurde Prom Night ziemlich negativ dargestellt, was interssierte Cineasten und Freunde des Horrorfilms nicht daran hindern sollte sich den Film zumindest einmal anzusehen.
Vergleicht man Prom Night mit Filmen wie Inside, Martyrs oder Hostel 1 und 2 ist er direkt harmlos.
Die Morde sind, bis auf eine Ausnahme, angedeutet aber gleichzeitig atmosphärisch dargestellt.
Der Film legt mehr Wert auf eine gute Handlung und Atmosphäre.

Die Prom Night ist ein Abschlussball, der besonders in den USA einen hohen Stellenwert einnimmt.
Er ist eine gesellschaftliche und sozial wichtige Veranstaltung, das Ereignis des Jahres und bei Schülern sehr beliebt.
Im Laufe der Veranstaltung werden Prom Queen und Prom King gekürt.
Alledings wurde die Prom NIght an einigen Schulen abgeschafft, da dass Zeremoniell zu Neid und Missgunst in manchen Fällen geführt hat (was im Film auch aufgegriffen wird).
Im Film kommt dieser Veranstaltung auch eine symbolische Bedeutung zu. Die Prom Night soll Schülern Freude und Spaß bereiten, bevor sie einen neuen Lebensabschnitt starten.
Der Tod von Robin bedrückt die Kim´ s Familie immer noch und das Ende von Prom Night deutet daraufhin, dass Kim und ihre Familie noch eine weitere schwere seelische Last zu tragen haben werden.

Regisseur Paul Lynch drehte nach Prom Night 1982 den spannenden Backwoodshorrorfilm Humongous.
Weiterhin führte er Regie bei dem Actiondrama Bullies (1986) sowie den Actionfilmen No Contest (1995) und No Contest 2 (1997).
2004 drehte er The Keeper mit Dennis Hopper als geistesgestörten Polizisten der eine Stripperin in seinem Keller gefangenhält.
Auch an TV - Serien wie Robocop und Poltergeist arbeitete Lynch als Regisseur mit.

Darsteller:

Zu Leslie Nielsen und Jamie Lee Curtis muss ich wohl nichts mehr sagen

Casey Stevens spielte noch in Lust auf Liebe (1978) und Herzchirug Dr. Vain (1981) und starb Mitter der 1980-er an einer schweren Krankheit.

Anne - Marie Martin spielte in Sledge Hammer (1986), Runaway (1984) und Zeit der Sehnsucht (1965).

Antoinette Bower tratt u. a. in Neon Rider (1989), Liquidator (1984) und Superbeast (1972) vor die Kamera.

Michael Tough spielte in Warehouse 13 (2009), Dead Silence (2007) und Enttarnt (2007).

Robert A. Silverman wirkte in Naked Lunch (1991), Scanners (1981) und Waterworld (1995) als Darsteller mit.

Pita Oliver spielte in The Intruder (1981) und Killer aus dem Dunkel (1980).

David Mucci hatte Auftritte in Half Baked (1998), Erbarmungslos (1992) und Aus Liebe zum Spiel (1999).

Mary Beth Rubens spielte in TV - Serien wie Outer Limits (1996), Auf eigene Faust (1992) und Die Waffen des Gesetzes (1989).

George Touliatos war Darsteller in Cosmopolis (2012), In tierischer Mission (2003) und So gut wie tot (1998).

David Gardner spielte in Defendor (2009), Detroit Rock City (1999) und Mord im weißen Haus (1997).

Joy Thompson hatte Auftritte in Wenn Träume wahr werden (1985), In der Falle (1982) und Banana Airlines (1980).

Sheldon Rybowski tratt noch in The Terry Fox Story (1983) und Florida Match (1982).

Brock Simpson hatte Auftritte in allen vier Prom Night Filmen und spielte in Abenteuer im Land der Grizzlys (1999).

Leslie Scott, Debbie Greenfield und Karen Forbes hatten nach Prom Night keine weiteren Auftritte.

Tammy Bourne arbeitete als Synchronsprecherin bei der Zeichentrickserie Die Raccoons.

Dean Bosacki trat noch in City Colours (1987) und In der Hitze der Nacht (1985) auf.

Joyce Kite spielte noch in The Littlest Hobo (1982 (TV-Serie)).

DVD-Fassung:
Prom Night erschien ungeschnitten mit einer FSK 18 Freigabe bei Best Entertainment. Später brachte Splendid Entertainment in seiner Reihe Cult Horror Classics den Film ungeschnitten mit einer FSK 16 heraus.
Für meine Rezension stand mir die FSK 18 Fassung von Best Entertainment zur Verfügung.
Diese hat eine gute Bildqualität und verfügt über eine Kapitelwahl, eine Sprachauswahl (dt./engl.) sowie einige Extas (Trailer, TV-Spot, Synopsis, Biographien zu Leslie Nielsen, Jamie Lee Curtis, Anne Marie Martin).

Fazit:
Prom Night ist ein gut inszenierter 80-er Jahre Horrorfilm den man sich zumindest einmal angesehen haben sollte-
Am Besten mit der Version von 2008 im Doppelprogramm anschauen.

(7/10)  

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