Review

ACHTUNG! SPOILER!

“Now is the time for something completely and uniquely illogical!“

Dieser Satz, den einer der Hauptprotagonisten im Verlauf des Films von sich gibt, umschreibt präzise, was den Zuschauer in den folgenden 90 Minuten erwartet.
BATTLE BENEATH THE EARTH ist ein zu Recht weitgehend vergessener britischer Science-Fiction-Film aus dem Jahre 1967, der die sprichwörtliche „kommunistische Unterwanderung“ tatsächlich wortwörtlich nimmt!

Ein abtrünniger chinesischer General und seine Leute graben mit einem hochmodernen Laserbohrer ein Tunnelsystem unter den USA. An strategisch wichtigen Stellen platzieren sie dann einige Atombomben, um so die USA zur Kapitulation zu zwingen und die Macht an sich zu reißen. Ein furchtloser Navy Commander durchkreuzt diese Pläne und vereitelt die Invasion.

Einmal abgesehen von der total haarsträubenden Grundidee des Films, haben wir es hier mit einer Produktion zu tun, bei der nichts so recht zusammenpassen will. Angesiedelt ist die Handlung in den USA, jedoch wurde der Film ausschließlich in einem Studio in England gedreht. So waren die die Produzenten gezwungen, viel Archiv-Material und Rückpro-Aufnahmen zu verwenden, um vorzutäuschen, dass die Handlung in den Staaten angesiedelt ist. Dieser Versuch muss allerdings als gescheitert angesehen werden; kein halbwegs aufmerksamer Zuschauer fällt auf diesen Täuschungsversuch herein. Der ganze Film wirkt steril, gekünstelt und wie in einem Vakuum gedreht.
Abgesehen von diesem Manko ist der Film auch völlig aus der Zeit gefallen. Kommunisten-Paranoia, Angst vor der „Gelben Gefahr“, vor kommunistischer Unterwanderung, das alles waren Themen, die 1967 längst überholt waren. In den 50er Jahren waren dies beliebte Motive in zahlreichen amerikanischen Science-Fiction-Filmen, doch spätestens nach der Kuba-Krise 1962 war dieser Themenkreis weitgehend überholt. Es ist daher ein wenig rätselhaft, wie ein Film wie BATTLE BENEATH THE EARTH in den späten 60er Jahren in Großbritannien entstehen konnte, zumal die Angst vor dem Kommunismus in Europa lange nicht so ausgeprägt war wie in den Staaten. Der Film war im Grunde bereits zum Zeitpunkt seiner Erstaufführung ein totaler Anachronismus.

Waren in den amerikanischen Filmen in der Regel „die Russen“ die Bösewichte, so sind es hier „die Chinesen“. Für die gesichts- und namenlosen Schurken in den Nebenrollen wurden von den Produzenten immerhin ein paar Asiaten verpflichtet. Die Rollen der Oberbösewichte General Chan Lu und seines Handlanger Kengh Lee wurden allerdings mit britischen Darstellern besetzt, die mehr schlecht als recht auf asiatisch getrimmt wurden. Dabei sind sie nicht im geringsten überzeugend in ihrer Maskerade und tragen  nicht zuletzt zu dem sowieso schon lachhaften Eindruck bei, den der Film hinterlässt. Obendrein wurde Chan Lu zu einer Art „Bond - Schurke“ a la Dr. No stilisiert, der in seiner mit chinesischen Möbeln und, als Symbol seine Macht, mit einem lebenden Raubvogel ausgestatteten Höhle haust, wo er seine perfiden Pläne ausbaldowert. Um in dem Tunnelsystem von A nach B zu gelangen, nutzt Chan Lu übrigens so eine Art Rohrpost-System für Menschen, eine echt tolle Erfindung.

Die Darsteller geben alle ihr Bestes und sind mit einem geradezu verbissenem Ernst bei der Sache, machen gute Mine zu einer unfassbar dummen Geschichte und verkneifen sich das Lachen über die haarsträubenden Dialoge. Man kann den Film einfach in keiner Sekunde ernst nehmen. Kerwin Matthews spielt zwar die Hauptrolle und wird im Vorspann  sehr prominent herausgestellt, im Film aber geht er ziemlich unter und erscheint nur wie ein Darsteller unter vielen. Immerhin rettet er am Ende den Tag. Der Darstellerin Vivian Ventura ergeht es aber noch schlechter. Ihre Rolle als Vulkanologin ist völlig überflüssig und nutzlos, noch dazu diktiert ihr das Drehbuch ein total unfähiges Verhalten.

Man könnte noch eine ganze Weile fortfahren mit der Aufzählung absurder Momente, die der Film präsentiert, doch wir lassen es mal Gut sein. Nur so viel: Bei der Strahlenkanone handelt es sich um nichts anderes als gebündeltes Scheinwerferlicht, die Atombomben sind bessere Chinaböller, bei einer Gehirnwäsche kommt ein Handventilator zum Einsatz und um die Stille in den ganzen USA zu bebildern, werden diverse Standfotos gezeigt, auf denen nichts passiert.
Völlig an den Haaren herbei gezogen ist schließlich auch das explosive Ende, bei dem man sich unwillkürlich fragt, wie die Protagonisten es geschafft haben, sich innerhalb von 10 Minuten so weit von der Atomexplosion zu entfernen, das sie das Spektakel aus sicherer Entfernung beobachten können. Nun ja, im Film ist eben alles möglich...
 
BATTLE BENEATH THE EART ist ein leidlich spannender Film, der nur so vor Widersprüchen und Ungereimtheiten strotzt und daraus eine große Portion unfreiwilligen Humors bezieht.

Ausführliche Zusammenfassung der Handlung:

Das Geschehen beginnt in Las Vegas, wo eine Polizeistreife einen Mann aufgreift, der auf dem Gehweg liegt und sein Ohr auf den Boden presst. Dabei ruft er immer wieder: „They are all down there, crawling around like ants!“ Der Mann, der Wissenschaftler Arnold Kramer (Peter Arne), wird kurzerhand in die Psychiatrie eingeliefert.
Seine Tocher Susan (Norma West), die im „Office of Naval Research (ONR-West); Deep Submerged Systems Programm“ in San Diego arbeitet, bitte den ebenfalls dort arbeitenden Navy-Commander Jonathan Shaw (Kerwin Mathews), einem Freund von Kramer, diesen in der Klinik zu besuchen. Kramer ist immer noch außer sich und redet scheinbar wirres Zeug: „They are going to wipe us out! And you are sitting there like an idiot!“  Etwas später kommt Shaw eine seltsame Meldung des „Los Alamos (Underground) Atomic Detection Center“ über den unerklärlichen Einsturz einer Mine bei San Franzisco zu Ohren. Als er sich weitere Informationen besorgt, verdichten sich die Anzeichen, dass Kramers Story stimmen könnte. Shaw untersucht daraufhin persönlich die Mine. Dort stößt er auf einen unbekannten Tunnel und ebenso auf Fakten, die auf Sabotage hindeuten.

 Shaw sorgt dafür, dass Kramer hinzugezogen wird und zusammen mit einer Militärpatrouille wird der Tunnel genauer untersucht. Bald entdecken die Männer ein seltsames Gefährt, eine Mischung aus Panzer und Baumaschine, dass langsam durch den Tunnel fährt. Sie folgen dem Vehikel und entdecken einen riesigen Hohlraum, in dem etliche Atombomben aufgereiht sind. Zahlreiche Männer, augenscheinlich Asiaten,  werkeln an den Bomben herum. Die Soldaten stürmen den Raum und es kommt zu einem heftigen Feuergefecht, das keiner der Asiaten überlebt. Anschließend werden die Bomben entschärft.
Da taucht auf einmal wieder das Bohrfahrzeug auf. Die Soldaten eröffnen das Feuer, doch sie können nichts gegen die Panzerung ausrichten. Stattdessen werden zahlreiche von Shaws Männern durch eine Strahlenkanone getötet, die das Fahrzeug zum Einsatz bringt. Die Überlebenden ziehen sich zurück.

Da erscheint ein uniformierter Mann am Ort des Geschehens. Es handelt sich um den chinesische General Chan Lu (Martin Benson), der mit seiner rechten Hand Kengh Lee (Peter Elliott) die Lage inspiziert. Die beiden beraten sich kurz, wie sie nun weiter vorgehen wollen. Der ursprünglich Plan war es, mit ihrem futuristischen Laserbohrer heimlich ein umfangreiches Tunnelsystem unter den Vereinigten Staaten zu graben und an strategischen Stellen, wie etwa Großstädten oder Militärbasen,  Atombomben zu deponieren, diese zu zünden und so die Macht an sich zu reißen.

Inzwischen beratschlagen auch Shaw, Kramer und die militärischen Oberbefehlshaber das weitere Vorgehen. Die Soldaten dringen bald darauf erneut in das Tunnelsystem ein, laufen dabei aber in eine Falle der Chinesen, die eine heftige Explosion auslösen. Mit viel Glück gelingt es den meisten Soldaten dem Anschlag zu entgehen. Da das US-Militär nach der Sprengung die Eindringlinge nicht mehr orten kann, kommt man auf eine ausgefallene Idee: In den gesamten USA werden die Menschen aufgefordert, sämtliche Tätigkeiten einzustellen, die Lärm verursachen: alle Maschinen abzustellen, keine Flugzeuge zu starten und so weiter. Die Ganzen USA sollen „still gelegt“ werden, um dann mit speziellen Abhörgeräten den aktuellen Standort der Chinesen zu erfassen. So gelingt es, ganz genau festzustellen, wo die bereits gegrabenen Tunnel verlaufen. Insgesamt haben die Asiaten drei Tunnel, von West nach Ost, gebohrt. Dabei haben sie aber nur einen langen Tunnel unter dem Pazifik gegraben, der als Versorgungstunnel dient. Hier liegt die Schwachstelle des Systems, an dem das US-Militär nun angreifen will.

Auf Hawaii befindet sich in einem erloschenen Vulkan ein Zugang zu diesem Tunnel. Eine Abordnung des Militärs unter Commander Shaw begibt sich unverzüglich nach Hawaii. Im Gepäck hat man u.a. einen eigenen Laserbohrer, den „U.S. Navy Laser Borer“, den Arnold Kramer inzwischen für die USA konstruiert hat. In Hawaii wir Shaw zudem Tila Yung (Viviane Ventura) von der „University of Hawaii“ zur Seite gestellt, die als Autorität auf dem Gebiet der Vulkanologie gilt.
Mit dem Laserbohrer bahnen sich die Leute nun einen Weg durch das Gestein und stoßen schon bald auf ein bizarres Höhlensystem. Ein technischer Schaden am Bohrer verhindert dann zunächst ein weiteres vordringen. Die Männer versuchen, sich mit Spitzhacken einen Weg zu bahnen, doch ohne Erfolg. Während ein Teil der Gruppe einen anderen Zugang zum Tunnel sucht, gerät Kramer mit ein paar Leuten in die Hände von Chan Lu. Hier erfahren die Männer auch, dass Chan Lu gar nicht im Namen der chinesischen Regierung handelt: „He broke away from the Central Gouvernment, organised a privat army and took over the Plutonium-Plants he was supposed to be guarding.“

Arnold Kramer wird nun von Chan Lu's Handlanger Dr. Arnn (Paula Li Chiu) einer Gehirnwäsche unterzogen: „Red is green and green is red!“ Daraufhin lockt Kramer Commander Shaw und seine Leute in eine Falle und alle Beteiligten werden gefangen genommen. Chan Lu kostet dabei schon mal seinen vermeintlichen Triumph aus: „Within 48 hours your country will be a desolate wilderness!“
Mit einem Trick gelingt es den Gefangenen jedoch, sich aus den Händen von Chan Lu zu befreien. Sie erbeuten im Tunnel einen Zug, der mehrere Atombomben transportiert. Kramer wird bei dieser Aktion jedoch getötet. Commander Shaw installiert eine auf 10 Minuten eingestellte Zeitbombe an dem Zug und leitet diesen in eine Sackgasse. Als Chan Lu und seine verbliebenen Männer dem Zug in die in die Sackgasse folgen, entdecken sie die Zeitbombe und versuchen in Panik diese zu entschärfen. Doch es ist zu spät: die Bombe explodiert und mit ihr die Atombomben. Unter einem gigantischen Atompilz vergeht das von Chen Lu angelegte Tunnelsystem und alle die sich noch darin aufhalten finden den Tod. Commander Shaw, Tila Yung und ein paar Soldaten konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen und betrachten aus großer Entfernung ehrfürchtig den sich ausbreitenden Atompilz...

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