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Hinsichtlich des überaus versierten Regiedebüts ist es erstaunlich, dass sich Anthony Hickox nie so recht in vorderer Riege guter Filmemacher etablieren konnte. Die Magie seiner Horrorhommage büßt zwar im Lauf der Jahrzehnte ein wenig ein, doch ordentlich Charme versprüht das Ding nach wie vor.

Ein paar Jugendliche um Mark (Zach Galligan) werden zu einem Besuch im neu entstandenen Wachsfigurenkabinett eingeladen. Kurz darauf sind zwei von ihnen spurlos verschwunden und es mehren sich Hinweise, dass dies mit den gruseligen Szenerien im Kabinett zusammenhängt…

Als eingefleischter Horrorfan der alten Schule kann man bei dieser Mischung nur begeistert sein, denn Hickox greift auf viele bösartige Persönlichkeiten der großen Leinwand zurück. Episodenartig befinden sich die Jugendlichen plötzlich im Wald beim Werwolf, im Schloss mit Vampiren, beim Grabmal mit der Mumie oder in der Nacht der lebenden Toten. Gerne hätte man auch dem Phantom der Oper oder anderen ausgestellten düsteren Erscheinungen beigewohnt, was wahrscheinlich den Rahmen gesprengt hätte.

Dabei beginnt die erste Viertelstunde nicht allzu viel versprechend als die mehr oder minder austauschbaren Figuren eingeführt werden, denen bis auf Mark nichts Markantes anhaftet.
Mit Betreten der dunklen Dimension macht sich trotz des geringen Budgets die Liebe zum Detail bemerkbar, denn Make-up und Masken fallen sehr gut aus, die wenigen tricktechnischen Gimmicks sind auf sehr hohem Niveau und auch der Splatterfreund bekommt ein paar derbe Leckerchen serviert, was vom halben Bein über geplättete Köpfe bis hin zu Pfählungen reicht.

Der Showdown kommt indes wie eine regelrechte Monsterparty daher, bei der noch einmal alle auf die Bühne kommen und ihren Teil zum kunterbunten Kampfszenario beitragen. Allerdings mangelt es hier an Gewalteinlagen und ausgefallenen Schauwerten, was gewiss dem hohen technisch Aufwand geschuldet ist. Immerhin performen die Mimen tauglich, das Titelthema bleibt eine Weile hängen und wer schon immer mal ein Steak Tatar in Nahaufnahme sehen wollte, bekommt es hier auf dem Silbertablett serviert.

„Waxwork“ macht schlichtweg Laune, bietet durch die episodenhaften Kurztrips ordentlich Abwechslung und findet zwischenzeitlich Raum für kleine Gags, Situationskomik und Anspielungen auf weitere Perlen des Genres.
Etwas trashig, manchmal ein wenig wild, nicht allzu häufig spannend, wartet der Streifen mit einem hohen Unterhaltungswert auf, der auch nach wiederholter Sichtung kaum einbüßt.
7,5 von 10

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