Als erklärter Fan von Dario Argento war ich natürlich sehr gespannt auf seinen neuen Film, vorallem da "Suspiria" und "Horror Infernal" für mich zu zwei der besten Horrorfilme aller Zeiten gehören.Dementsprechend wurde ich dann auch leicht enttäuscht aber so schlecht wie "Mother of tears" gemacht wird, finde ich ihn bei Weitem nicht.
Das größte Problem ist halt, dass nur an wenigen Stellen erkennbar ist, dass es sich hierbei um ein Werk des italienischen Horrormeisters Argento handelt. Die Farbgestaltung die in den Vorgängerfilmen dominierte, fällt hier nahezu komplett weg. Solche wunderschöen Szenen wie die Unterwassersequenz in "Horror Infernal" sucht man vergebens. Auch wirklch spektakuläre Kamerafahrten halten sich rar.
Woran mag das liegen ? Daran, das das Budget eingeengt wurde ? Oder hat es Argento einfach verlernt? Dabei gibt es durchaus Momente, die zeigen, dass irgendwo noch der alte Argento schlummert. Wie z.B. die Kamerafahrt im Zug oder die Einstellung vor dem Hexenhaus.
Gerade zum Ende hin gibt es auch ein paar schöne Schattenspiele zu bewundern. Ein bisschen mehr hätte es aber schon sein können.
Das nächste Problem ist die Gestlatung der Hexen, die kaum bedrohlich rüberkommen wollen und eher wie eine Gothic-Clique aus pubertären Teens wirken. Und es ist schon erstaunlich wie schnell die mächtige und grausame Mutter der Tränen besiegt werden kann. Dies geht halt dann doch zum Lasten der Atmosphäre.
Auch greift Argento dieses Mal tief in die Klischeekiste. Waren die okkulten Elemete in den Vorgängern eher dezent, bekommen wir hier von Anfang an eine Story mit Symbolen und Ritualen vorgesetzt, was schon in Verbindung mit der raren Haltung des Argento-Stils wirkt, als würde Argento sich dem Massengeschmack anpassen wollen.
Bleibt noch der Score von Simonetti zu erwähnen, der zwar eigentlich auch gelungen ist aber keinesfalls an die Klasse früherer Stücke rankommt.
Die Schauspielerleistung ist solide aber es sticht niemand heraus.
So, jetzt hab ich genug gemeckert, es gibt auch positives zu verzeichnen. Denn versucht man mal nicht daran zu denken, dass man einen Film von Dario Argento sieht, dann wird man doch recht gut unterhalten. Spannung ist vorhanden und eine gewisse Atmosphäre kann man "Mother of tears" nicht absprechen ( auch wenn es nicht die Argentotypische Atmosphäre ist). Wirklich schlecht finde ich den Film nicht.
Auch Gorehounds kommen auf ihre Kosten, denn Argento tobt sich richtig aus. Gut er war noch nie ein Regiesseur, der für Zurückhaltung in der Gewaltdarstellung bekannt ist, aber was hier losgelassen wird ist ( in der ungeschnittenen Fassung) schon extrem heftig. Es wird gehackt, gepfählt, entweidet und gestochen was das Zeug hält und auch Kinder bleiben nicht verschont. Das ist schon sehr heftig und eigentlich auch schon übertrieben. Solche Gewalttaten hätte man eher in einem Ittenbachfilm erwartet, ist aber für Splatterfreunde ein Fest für die Augen.
Fazit:
Unterhaltsamer Okkult-Splatter-Horror, der nicht langweilt aber das typische Argento-Feeling vermissen lässt.
7 Punkte gebe ich weil es doch unterhaltsam war ,in Anbetracht dass es ein Film von Dario Argento ist, wären es doch weniger ( siehe meine Kritikpunkte).