Review

Die Kritik beruht auf der FULL UNCUT SPECIAL EDITION des österreichischen Labels ILLUSIONS UNLTD.!

Über 30 Jahre nach seinen Meisterwerken "Suspiria" und "Horror Infernal" folgte der italienische Regisseur Dario Argento dem Ruf seiner Fans, um mit dem Film "Mother Of Tears: The Third Mother" die Trilogie um "Die drei Mütter" abzuschließen und an den Erfolg seiner früheren Meisterwerke anzuknüpfen.

Mit diesem okkulten Horrorfilm schließt sich der Kreis um die drei finsteren Hexen, die sogenannten "drei Mütter" Mater Suspiriorum, Mater Tenebrarum sowie Mater Lachrymarum (Mother of Sighs, Mother of Darkness, Mother of Tears), die jeweils ihr eigenes Herrschaftsgebiet besitzen (Freiburg, New York, Rom) und von dort aus die Weltgeschicke lenken.
Schauplatz der Handlung nach Deutschland und Amerika ist Italien mit seiner Hauptstadt Rom:

Vor den Toren Roms wird bei Grabungen eine alte Urne zu Tage gefördert und zur Untersuchung an ein Museum geschickt. Dort öffnet die junge amerikanische Studentin Sarah die Urne und entfesselt dabei eine Kraft, die nicht von dieser Welt ist. In Rom häufen sich fortan mysteriöse Selbstmorde, auf den Straßen spielen sich grausame Menschenjagden ab und aus allen Teilen der Welt finden sich junge Hexen in der italienischen Metropole ein, um ihrer großen Meisterin, der Mater Lacrimarum, zu dienen. Als auch Sarah übernatürliche Kräfte in sich entdeckt, scheint es, als wäre sie die Einzige, die Rom und den Rest der Welt vor dem Untergang bewahren kann...

Es sind lediglich fünf Namen in den Stabangaben (Dario Argento als Regisseur und Drehbuchautor, Claudio Argento als Produzent, Claudio Simonetti als Komponist, Sergio Stivaletti als Special Effects-Spezialist und Asia Argento in der Hauptrolle), die den Zuschauer Aufschluß darüber geben, dass hier ein weiteres Werk des begnadeten Regisseurs Dario Argento vorliegt.

"Mother Of Tears" ist eines der unpersönlichsten Werke Argentos, dass nicht annähernd die Handschrift des Meisters trägt.
Bis auf zwei, drei Kamerafahrten, die das Talent von Argento erahnen lassen, wurde hier eine Inszenierung abgeliefert, die für Argento-Verhältnisse jeglicher Beschreibung spottet:
keinerlei audio-visuellen Finessen wie beispielsweise noch bei "Suspiria" und dem nur mäßig spannenden "Horror Infernal", keine innovativen Elemente wie der gefilmte Verlauf einer abgefeuerten Kugel durch einen Türspion wie in "Terror in der Oper" und auch die reichlich eingebauten Tötungen sind zwar sehr blutig, aber auch lustlos inszeniert.

Dabei hat die Handlung jede Menge gute Ansätze, die Umsetzung einer apocalyptischen Szenerie, wie sie durch die Wiederkehr der "Mutter der Tränen" heraufbeschworen wird, krankt jedoch am geringen Budget, wovon der Großteil in Sergio Stivalettis Arbeit investiert wurde. Eine Mutter, die ihr Baby tötet, schockt zwar für den Moment, aber Leute, die auf Autos springen und die Windschutzscheiben einschlagen, können den Zuschauer nicht davon überzeugen, dass Rom dem Untergang geweiht ist.

Einzig das Finale, das angesichts billigster Computer-Tricks einen zusätzlichen bitteren Beigeschmack erhält, bietet von allen drei "Müttern"-Verfilmungen die meiste Atmosphäre und eine glaubwürdig inszenierte Hexenzeromonie. Zwar ist der Sieg über Mater Lachrimarum schnell erreicht - trotzdem darf dieser kurze Moment zu den intensivsten und spannendsten des gesamten Films gezählt werden.

Ansonsten ist mit "Mother Of Tears" endgültig Argentos künstlerischer Tiefpunkt erreicht. Nichts erinnert an die großartigen Arbeiten des Regisseurs, dessen Werk lediglich auf vordergründige Effekte, Blut und Gedärmexzesse und Obszönitäten ausgelegt ist.

2 von 10 Hexen!

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