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Über 20 Jahre mussten Dario Argento Fans auf eine Fortsetzung und die gleichzeitige Beendigung der „Drei Mütter“ Trilogie warten. Allerdings dürften sich nun viele Freunde des ehemaligen Meister des Horrors fragen, wieso er nicht lieber die Finger von dem Thema gelassen hat und stattdessen das hier verbrochen hat. Vor seinem einstigen Genie ist nämlich nicht mehr viel übrig geblieben.

Die Studentin Sarah Mandy (ein Name für den sich selbst eine Pornodarstellerin schämen würde) öffnet eine alte Urne. Wie es der Filmzufall so will, schlummert die Mater Lacrimarum, die Mutter der Tränen in selbiger und wurde nun zu neuem Leben erweckt. Von nun an ist der Teufel los, denn ganz Rom geht sich gegenseitig an den Kragen. Also wird fix der Plan geschmiedet der ollen Hexe den Garaus zu machen.

Dario war, vielleicht mal von einigen Giallos abgesehen, nie ein großer Geschichten Erzähler. Vielmehr versteht es der Italiener gekonnt Farben und Kameraeinstellungen mit atmosphärischer Musik zu kombinieren und so einen wahren Augen- und Ohrenschmaus zu zaubern, der einfach seinesgleichen sucht und so von der oftmals schwachen Handlung ablenkte. So war es bei „Suspiria“ und auch bei dem zweiten Teil der Hexen Saga „Inferno“. Leider wurde aber Dario von seiner Muse verlassen und zurückgeblieben ist ein Film mit schwacher Handlung und nur mäßiger Atmosphäre. Von seinen Farb- und Kameraspielen ist kaum noch etwas übrig geblieben. Stattdessen gibt es billigen TV-Look und schwache Dialoge. Da hilft es auch nix, dass sich seine Haus und Hof Schauspielerin Asia Argento als Sarah durch die Handlung quält. Der Plot ist zu dünn, die Ideen ausgelutscht und die Spannung ist wohl in der Urne geblieben.

Und waren schon die jeweiligen Enden der Mutter Vorgänger eine reine Frechheit, so bleibt Dario leider hier seiner Tradition treu und serviert dem Zuschauer ein absolut spannungsfreies Finale ohne Höhepunkte oder gar Erklärungen. Mal kurz nen ollen roten Fetzen in die Flammen brettern, in die Kamera lächeln und die Credits laufen lassen. Genial!

Lediglich der Gorehound darf ab und zu mal freudig aufschreien und sich an den zahlreichen Splatterszenen erfreuen. Claudio Simonetti, einstiges Goblin Band Mitglied, ist erneut für die Musik rekrutiert worden, schafft es aber auch nicht viel zu reißen. Die Score ist nett, ihr fehlt aber der eigene Stil. Immerhin kann noch das Endlied mit Schreihals Dani Filth am Mikro, von der Band Cradle of Filth, dem Schwarzmetall favorisierenden Metalfan gefallen.

Fazit: "Mother of Tears" ist ein enttäuschender Versuch die Mutter Trilogie zu Ende zu führen. Von Darios ehemaligem visuellen Stil ist hier nichts mehr zu sehen. Was bleibt ist ein Splatterfilmchen mit kitschiger Okkulthandlung und drögen Schauspielern. Gute Nacht!

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