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Dario Argento schuf 1977 mit "Suspiria" nicht nur einen Meilenstein des Horrorkinos, sondern zugleich den Auftakt zu einer Trilogie, die nach dem Nachfolger "Horror Infernal" 1980 nun erst 2007 mit "Mother of Tears" ihren eher unrühmlichen Abschluss findet. Zusammengehalten werden die drei Filme durch die übergeordnete Geschichte der "3 Mütter", drei teuflischen Hexen, von denen jede in ihrem höchsteigenen Horrorhaus vor sich hin spukt bzw. spukte. Nach Freiburg und New York ist nun im vorliegenden dritten Teil die altehrwürdige Stadt Rom Schauplatz blutiger Ritualmorde und okulter Vorgänger.

Und was soll ich sagen? Nicht jede Filmemacher-Karriere führt zu einem respektablen Alterswerk. Nach George Romero, der eigentlich nur mit "Night of the living Dead" möglicherweise quasi nur "aus Versehen" einen Genremeilenstein schuf, ist leider auch bei Dario Argento diesbezüglich eher das Gegenteil der Fall: Eine Durchschnittsproduktion reiht sich an die nächste 0815-Genregurke. Auch "Mother of Tears" lässt im Grunde alles vermissen, was einst "Suspiria" und in weiten Teilen auch "Horror Infernal" zu Glanzlichtern des Horrorkinos werden ließ. Keine Spur mehr von den tollen, farbintensiven Bildkompositionen vergangener Tage, keine Spur mehr von atmosphärischer, ins Surreale tendierender Spannung, auch eine interessante, gekonnt mit dem Hexenwerk spielende Story lässt sich weit und breit nicht erkennen.

Stattdessen gibts plakative Goreeffekte und später auch Titten iin Großaufnahme, die in ihrer Intensität so ganz und garnicht zum eigentlich auf Spannung und Atmosphäre setzenden Tenor der einstigen Kultreihe passen wollen. Daneben glänzt auch die Schauspielergarde durch pure Mittelmäßigkeit. Sympathien wollen da zu keinem Zeitpunkt aufkommen. Selbst die allmählich alternde Asia Argento und Udo Kiers Kurzauftritt als Exorzist vermögen keinerlei nennenswerte Aktzente zu setzen.
Endgültig bricht allerdings die zunehmend lachhafter werdende Story "Mothers of Tears" das fiktive Genick. Das abstruse Finale und die albernen Hexenmeuten sind da nur die peinliche Spitze eines ganzen Berges unlogischer, undurchdachter und unglaubwürdiger Abläufe.

Fazit: Ein orientierungsloser Dario Argento beweist mit seinem Abschluss der "Mütter"-Trilogie, dass er es offenbar schlicht nicht mehr drauf hat. Die blutigen Goreszenen, die nackte Haut und das konfuse Drehbuch lassen keinen anderen Schluss zu. So kann der passagenweise wie ein C-Movie anmutende "Mother of Tears" einzig durch den recht stimmungsvollen Auftakt, die unterm Strich passable technische Umsetzung und die wie stets netten römischen Kulissen ein paar Gnadenpunkte sammeln.

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