Gleich vorweg: Leider ist alles wie gehabt innerhalb der Reihe und „Extinction“ macht genau da weiter wo die Vorgänger aufhörten. „Resident Evil“ ist Zombie-Horror für die Gamer-Generation, die sich kaum mehr an handgemachte Klassiker wie die „Dead“-Trilogie erinnert und stattdessen lieber auf geschliffene, glatt polierte Action Wert legt. Keine Ecken und Kanten soll es geben, die Grenze des Zeigbaren auf keinen Fall überschritten werden und vor allem muss es eins sein: Durchstilisiert bis ins kleinste Detail.
Im weitestgehend gesichtslosen Ensemble ist es Milla Jovovich, die neue Gipfel der Peinlichkeit erklimmt und sich restlos zur Witzfigur macht. Bisher hat das Top-Model es geschafft jeden Film gründlich zu versauen, jedenfalls wenn man sie mit einer tragenden Rolle beauftragt. Auch in ihrem dritten Ausflug als unsympathische Kampfamazone Alice hat sich darstellerisch nichts getan, immer noch verlässt sich Jovovich auf ihr knackiges Äußeres und ihren furchtbaren bösen Blick. Pop-Sternchen Ashanti wirkt ebenso fehlbesetzt wie die durchaus fähige Ali Larter, die zurzeit in der Top-Serie „Heroes“ zu sehen ist und hier geradezu erschreckend blass bleibt.
Mit der Regie betraute man den Australier Russel Mulcahy, der vor vielen Jahren mit Filmen wie „Razorback“, „Highlander“ oder auch „Shadow und der Fluch des Khan“ sein handwerkliches Geschick bewies, mittlerweile aber nur noch unrühmliche B-Movies inszeniert. Leider kann der Routinier keine neuen Akzente setzen, vermutlich hauptsächlich deshalb, weil das löcherige Drehbuch (welches vor gestelzten Dialogen und abgestandenen Onelinern nur so wimmelt) immer noch von Paul W.S. Anderson stammt. Anderson hatte schon die beiden Vorgänger auf die Welt los gelassen und ist mit weiteren Machwerken wie „Mortal Kombat“ „Soldier“ oder „Alien vs. Predator“ ein sicherer Garant für Hochglanz-Action der primitivsten Sorte. Auch der dritte Teil der Saga trägt wieder diese unverkennbare Handschrift und lässt kaum etwas vom Stil des gewechselten Regisseurs erkennen.
Leider befinden sich auch die Effekte höchstens auf durchschnittlichem Niveau, können mit den spektakulären Neuerungen aus Hollywood kaum mithalten und wirken um Jahre veraltet. Gerade der häufige Einsatz deutlich erkennbarer CGI-Technik raubt dem Film jegliche Atmosphäre und Glaubwürdigkeit, nicht mal Splatterfans werden anständig bedient. Stattdessen sehen wir etliche Schießereien und Blutspritzer, konsequent hart gestaltet sich allerdings keine der Gewalteruptionen. Auf die Spitze getrieben wird die abgenudelte Ästhetik durch unmotivierte Bullet-Time-Sequenzen und unkreatives Monsterdesign, welches sich eindeutig bei den Kreationen von Stan Winston bedient. Das für Hollywood-Verhältnisse günstige Etat von knapp 50 Millionen Euro wird zwar weitreichend genutzt, verpufft aber in sinnlosen Explosionen.
Völlig verschwendet wird das Endzeit-Setting: Blasse Farben und triste Kulissen vermitteln eine unschöne Atmosphäre, doch diese wird zerstört durch die typischen Problem einer Game-Verfilmung. So kann man zu den schablonenhaften Hauptcharakteren keinerlei Sympathie oder emotionale Bindung entwickeln – im Prinzip ist es egal wer überlebt oder wie viele unbedeutende Fortsetzungen noch dran geklatscht werden. Außerdem bietet die dünne Geschichte nur wenig interessante Aspekte, welche kaum ausgebaut werden und einem bizarr überstilisierten, unfreiwillig komischen Action-Feuerwerk verbraten werden. Da werden einem so viele abgenutzte Stilmittel um die Ohren gehauen, dass man gar nicht so recht weiß ob es sich um eine Parodie handelt oder ob das Ganze wirklich ernst gemeint sein soll.
Während andere moderne Zombiestreifen wie das Remake zu „Dawn of The Dead“ oder der vor kurzem in Deutschland erschienene „28 Weeks Later“ sich, trotz aller Oberflächlichkeit, als unterhaltsame und knallharte Mainstream-Ware überdurchschnittlichen Niveaus erwiesen, so versagt „Resident Evil“ selbst in dieser Hinsicht. Die kalte, prätentiöse Inszenierung und die betonte Coolness machen es wirklich schwer. Man denke nur an die hirnverbrannten Zitate an Romeros Zombie-Klassiker oder den billigen Verweis auf "Die Vögel". Außerdem beinhaltet „Extinction“ kaum nennenswerten Gore, in hektisch geschnittenen Bildfolgen lässt sich meist nichts erkennen bis auf ein paar digitale Blutspritzer.
Fazit: Überwiegend unfähige Schauspieler kämpfen sich durch eine miese Dramaturgie, die vor altbackenen Klischees förmlich stinkt und zu keinem Zeitpunkt so etwas wie Spannung erzeugen kann. Auch der dritte Teil ist mal wieder hirnloses Popcorn-Kino ohne Seele oder spürbare Ambitionen. Irgendwo zwischen „Blade“, „Underworld“ und „Ultraviolet“ angelegter Schwachsinn, dem ich persönlich nicht einen Silberstreifen am Horizont abgewinnen konnte. Prädikat: Besonders Wertlos.
Deshalb die Tiefstwertung: 01 / 10