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J-Horror-Remakes aus den USA schauen ist inzwischen so interessant geworden wie Miterleben wie Farbe trocknet. Jeder Fetzen Drehbuch wird inzwischen amerikanisiert, verstanden wird er aber nicht mehr, hauptsache wir haben ein unheimliches Sujet zum Ausschlachten.

So kommt denn auch „One Missed Call“, das Remake eines relativ gefaßten Films von Takashi Miike, wie der 73.Versuch daher, eine Erfolgsformel Marke Totes Pferd durch den Grand Canyon zu reiten.

Wie bereits in der Vorlage geht es um mysteriöse Anrufe auf dem Handy, die meistens in Abwesenheit ankommen und den eigenen Todesschrei beinhalten, der meistens 1-2 Tage in der Zukunft liegt, wie das Rufdatum beweist. Hollera, sowas hatten wir seit Ring und Co ja schon lange nicht mehr oder liegt hier etwa eine bewußte Kreuzung mit „Final Destination“ vor.
So gestaltet sich nämlich die erste Hälfte diese gerade mal 80minütigen Cash-Ins, in dem eine Handvoll Leute nacheinander den Löffel abgeben, nachdem sie unheimlich Halluzinationen hatten – und selbst das Miterleben hält sie nicht davon ab, mal zu versuchen, sich irgendwo freundlich und brav in die Ecke zu stellen.

Gerade als einen das herzhafte Gähnen überfällt, weil Shannyn Sossamon schon deutlich ein paar Jährchen zu alt für eine halbunreife Studentin erscheint, dreht sich der Film ins Alberne, präsentiert Ray Wise als Moderator einer Exorzismussendung und führt den König der Blassnasen, nämlich Edward Burns ein, der hier als Bulle vom Dienst Geld für seine nächste Regiearbeit sammelt.

Spätestens als die holde Hauptfigur ihren Anruf verpaßt und statt zwei nur einen Tag Zeit hat, kommt dann das große Ring-Zeitablaufen an, um der Herkunft des Fluche auf die Schliche zu kommen.
Das ist dann auch echt knorke, bringt wieder mal Kinder als das Böse ins Spiel und bemüht sich um ein, zwei Twists, wer denn nun wirklich der böse Auslöser ist, erklärt aber nicht die Halluzinationen, die überhaupt nichts mit dem Fall zu tun haben; erklärt nicht die Leiche im Lüftungsschacht, die hinter Shannyn herkrabbelt und schon gar nicht den absolut wirren Höhepunkt, der das Ganze scheinbar für einen Augenblick löst (ohne Erklärungen), um dann fünf Sekunden später den Käse von vorn losgehen zu lassen.

Aber da ist dann sowieso schon alles egal, dürftige Leistungen allerorten, ein Plot voller Löcher und schlechte Effekte (vor allem bei Tod per Nahverkehrszug) haben schon alle Zähne gezogen.
Aber ernsthaft verliert der Film schon in der ersten Sequenz – da zieht der böse Geist ein arms Mägdelein boshafterweise in den Gartenteich, um dann nach ein paar Sekunden...die Katze folgen zu lassen.
Stellt sich mir die so bekloppte wie redundante Frage: hatte die Katze auch einen Anruf und wie hört das Vieh seine Mailbox ab? (2/10)

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