Review

Shannyn Sossamon spielt eine junge Frau, die, nachdem zwei Bekannte von ihr verstorben sind, herausfindet, dass beide vor ihrem Tod einen merkwürdigen Anruf erhielten, bei dem sie ihren eigenen Tod hören konnten und, dass immer wieder neue Personen angerufen werden. Lediglich ein Polizist, gespielt von Edward Burns, glaubt ihr und nimmt die Ermittlung auf.

Das japanische Original zu "Tödlicher Anruf" habe ich nicht gesehen, habe aber den Kritiken entnommen, dass es sich um ein vergleichsweise schwaches Werk des japanischen Regisseurs Takashi Miike handelt. Und das Remake hat ebenfalls mit dutzenden Schwächen zu kämpfen und erfüllt das Klischee eines missglückten Remakes zu einem japanischen Horrorfilm.

Die Story ist eher schwach und erfindet das Genre nicht gerade neu. War es in "The Ring" noch ein Video, das den Tod diverser Menschen ankündigte, ist es hier ein tödlicher Anruf der immer weiter verschickt wird. Die Begründung dafür, wie der Anruf in Umlauf kommen konnte, ist dabei genauso zusammenhanglos und unglaubwürdig, wie die Wendungen, die nicht so wirklich zünden können und bis auf eine halbwegs gelungene Stelle im Mittelteil komplett nach Schema F verlaufen. Die Charakterkonstruktion erfüllt noch nicht einmal das Klischee, weil sie im Prinzip gar nicht stattfindet, die Story ist schlicht und einfach Müll.

Nach seinem eher durchschnittlichen Horrorfilm "Malefique: Psalm 666" übernahm Eric Valette die Regie für das Projekt, rettet aber zugegebenermaßen, was noch zu retten ist und leistet zumindest akzeptable Arbeit. Narrativ gibt es nicht viel zu bemängeln, Valette nimmt ein enorm schnelles Erzähltempo und die daraus resultierende, extreme Kurzweiligkeit in Kauf, kann so aber wenigstens durchgehend unterhalten, ohne, dass die Story längerfristige Leerläufe erzeugt. Der Score ist unauffällig, dafür sind die Toneffekte aber ganz gut platziert und so ergibt sich mit ein paar düsteren Bildern, dem einen oder anderen ganz netten Spezialeffekt und der finsteren Kulisse phasenweise durchaus eine gespannte Atmosphäre, die aufgrund der schwachen Story und der mittelmäßigen Darsteller nicht weiter ausgeschöpft werden kann. Ein, zwei kleinere Schockmomente sind durchaus drin, seichte Unterhaltung auch, zumindest, wenn man das Original nicht kennt, mehr aber auch nicht.

An Seite von Rachel Weisz und Dustin Hoffman in "Confidence" zeigte er sich bestens gelaunt und spielfreudig, in "Der Soldat James Ryan" präsentierte er eine rundum gelungene Darstellung, aber das, was Edward Burns hier abliefert ist eine Frechheit. Vollkommen lustlos spielt er seine Rolle runter, zeigt kaum Gefühlsregungen, wirkt, als ob er gleich einschlafen würde und liefert damit im Großen und Ganzen eine Leistungsverweigerung ab. Shannyn Sossamon bringt zumindest eine solide Leistung, spielt ordentlich, stellt ihre Angstzustände ohne übertriebene Hysterie ganz gut dar und auch der restliche Cast ist auch ganz gut, zumindest besser als Burns, aber die Latte lag ja alles andere als hoch.

Fazit:
Die Story ist einfallslos und nach Schema F gestrickt, Edward Burns wirkt gelangweilt, der Film ist enorm kurzweilig und auch weitere Schwächen sind kaum verkennbar. Wer das Original nicht gesehen hat, kann zumindest seichte Unterhaltung erwarten, da die Inszenierung halbwegs solide geworden ist, mehr ist aber definitiv nicht drin.

40%

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