Review

Provozierend, polarisierend, plakativ.

Diese drei Wörter beschreiben Larry Clarks Film wohl am besten! Der zum Kultstatus avancierte Jugendfilm der 90er brach Tabus und dokumentiert eine Jugendkultur, wie nur wenige sie wahrnehmen.
Die junge, unmotivierte Skaterjugend, die ziellos auf der Suche nach Orientierung  durch New York irrt, immer den nächsten Kick vor Augen.

Die Darstellung der Jugendlichen wirkt sicherlich stark provozierend, im Speziellen für die Szene selbst, aber auch für die Gesellschaft. Der massive Einsatz von Fäkalsprache wirkt teilweise aufgesetzt, aber nicht unrealistisch. Sehr deutlich wird die Orientierungslosigkeit der "Kids", die Suche nach Vorbildern (besonders in der Freundschaft Telly-Casper) sowie die Auswegslosigkeit ihres Lebens.

Drogen, Sex und Gewalt werden hier plakativ dargestellt und selbstzweckhaft eingesetzt. Diese Darstellung ist jedoch dringend notwendig, um die Botschaft des Films zu unterstreichen.

Zu betonen ist ebenfalls der stark dokumentative Stil des Films. Zwei miteinander verbundene Handlungsstränge werden über einen Tag hinweg mit der Kamera begleitet. Es bedraf keiner großen Einführung, das Ende ist offen... Ein gutes Ausdrucksmittel, um dem Film Authentizität zu verleihen.

Die AIDS-Thematik wirkt nicht übertrieben, auch wird sie nicht in den Vordergrund gestellt. Sie ist Teil der Geschichte, im Prinzip fast egal - Genau so fühlt auch Protagonist Telly!

Insgesamt ist "Kids" ein geniales Werk, betrachtet man es mit dem richtigen Auge. Dieser Film stellt keine plumpe Unterhaltung dar, sondern dokumentiert auf schockierende Art und Weise die Gleichgültigkeit einer Jugendkultur, der es an Führung und Orientierung fehlt!  

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