Review

Jackie Brown ist die langweilige Geschichte einer Stewardess, die aus Liebe wieder zum kriminell werden gezwungen wird und am Schluß - was sehr vorhersehbar ist - mit der gesamten Mafia fertig wird.

Genauso doof wie die Story klingt ist denn auch der unendlich lange Film (155 Minuten!). Die einzige Entschädigung, die der Film bietet ist die erstklassige Musik, aber die wirkt auch ohne diese ziemlich alberne und unglaubwürdige Bebilderung.
Das Hauptproblem des Films ist, dass Quentin Tarantino überhaupt nicht begriffen hat oder weiß, wie man Liebe und Gefühle darstellen kann. In seinem vorherigen Filmen war das kein Problem, da mussten die Leute nur cool agieren und auch hier reden die Leute in einer Tour cool - ohne dass sie irgendwas damit aussagen oder die Story voranbringen.
Bei Tarantinos früheren Filmen konnte man hinter dem Geplapper immer substanzielles vermuten, dass von Coolheit überlagert wurde, aber seit Jackie Brown weiß man, dass da nichts dahinter steckt und das coole Gerede genauso aufgesetzt gewesen ist, wie das Rumgeprahle von 14-jährigen Jungen über ihre angeblichen Sexerlebnisse. Auf dem Schulhof - unter Gleichaltrigen wirkt das ja auch unglaublich cool - aber natürlich ist da nichts dahinter.
Jackie Brown hätte jedenfalls zeigen können, ob hinter Tarantinos cooler Masche mehr steckt. Schließlich sollte immerhin Liebe die Motivation von Pam Grier (der Darstellerin der Jackie Brown) sein - Aber das gelingt überhaupt nicht. Der Zuschauer erahnt vielleicht mit viel gutem Willen, wieso Jackie Brown so handelt - aber er sieht es im Film träge dahinplätschernden Film überhaupt nicht.
Und auch die Gangster wirken nur wie aus anderen B-Filmen abgeguckt. Hier ist nichts stimmig und alles wirkt nur wie aufgesagt. Der Filmhöhepunkt ist dazu noch von der Logik her zum Weglaufen schlecht.
Mit Jackie Brown haben wir also was gelernt: Tarantino kann keine Geschichte erzählen. Sein Meisterwerk wird Pulp Fiction bleiben, weil man da Spaß haben kann und allerhand reininterpretieren kann - aber Jackie Brown hat gezeigt, dass Tarantino sich nicht weiterentwickelt hat. Von Liebe erzählt er so wie es sich ein dummer Schüler vorstellt. Da lebt und atmet nichts. Das ganze bleibt ein billiger Comic-Strip - allerdings auf Hochglanzpapier mit schönen Zeichnungen.

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