Wenn man an einen Tarantino herangeht,ist man immer gewillt,etwas Gutes im Film zu finden,um die eigenen hohen Erwartungen zu erfüllen,doch im Fall von „Jackie Brown“habe ich wesentlich mehr erwartet.
Ordell ist Waffenhändler und benötigt für seine Geschäfte die Hilfe von Jackie Brown,die als Flugbereiterin Geld für ihn schmuggelt.Dummerweiser wird sie von den Cops erwischt,die Ordell dingfest machen wollen.So soll eine überwachte Geldübergabe stattfinden,doch Jackie will sie alle überlisten.
Schön gemächlich bekommen wir die Protagonisten serviert,S.L.Jackson unterhält sich mit de Niro,der frisch aus dem Knast kommt.Auf der Couch eine leckere Bridget Fonda.In Ordnung,Tarantino lässt sich Zeit,in 150 Minuten kann ja noch viel passieren…
Leider geschieht im Verlauf nichts,was irgendwie Spannung oder gar Action beeinhaltet.Einzig die Geldübergabe,die aus drei Erzählperspektiven montiert wurde,erinnert an das,was man eigentlich erwartet hätte:Die gewisse Raffinesse,die einen Tarantino ansonsten auszeichnet.
Stattdessen verharrt die Kamera minutenlang in einer Position,wir sehen Jackson und Pam Grier reden,Robert Forster mit Pam und nichts verändert sich.
Zäh und langatmig.
Nur zwei Mal wurde ich wirklich überrascht:Zum Einen,als Melanie Louis unvermittelt zum Ficken einlädt und zum anderen,als diese vom gleichen genauso unvermittelt erschossen wird.
Damit hat es sich auch mit den Überraschungen und Wendungen,denn der Rest ist vorhersehbar,zwar tricky ausgedacht,aber aus dem Fernsehsessel hat mich das nicht gehauen.
Auch wenn sich die Riege an Darstellern durchaus sehen lassen kann und jeder auf seiner Weise überzeugt,so rettet das diesen Streifen gewiss nicht vor einer Bewertung,die unterm Durchschnitt liegt.
4 von 10 Punkten