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Möchte man keinen Genickbruch erleiden, so sollte man nicht mit tödlich falschen Erwartungen an "Jackie Brown" herangehen. Dieser Streifen von Kultregisseur Quentin Tarantino besitzt zwar immer noch Groove, aber nicht mehr soviel Witz und Ironie.

Die Handlung des Gangsterkrimis wird zwar ruhig erzählt, legt aber immer noch einige Wendungen an den Tag. Tarantino hält sich mit der coolen Darstellung der Story gegenüber seinen anderen Werken mehr zurück, wirkt reifer und konzentrierter. Nur gegen Ende greift der Regisseur auch zu Erzählungen in der Vergangenheit, die sein in Episoden erzählten, zuvor gedrehten Kultfilm "Pulp Fiction" noch typisch charakterisierten. Auch die gewohnt herzhaften schwarzhumorigen Dialoge findet man hier nur in bedeutend geringer Zahl wieder, denn die Gespräche sind erwachsener und seriöser. Tarantino bemüht sich wie immer um bewegte Bilder, passende Musikeinsätze und überrascht mit sehr spontanen Aktionen wie einer plötzlichen Frage nach Sex oder einer kaum vorhersehbaren Erschießung, stellt in seinem "Jackie Brown" jedoch ganz andere Werte in den Mittelpunkt.

So lässt er den Protagonisten jede Menge freien Spielraum. Hauptsächlich natürlich der 44-jährigen Flugbegleiterin Jackie, die alle übers Ohr hauen will. Die clevere, toughe Frau wird dabei von Pam Grier erstklassig gemimt. Aber auch ein Samuel L. Jackson im Rasta-Look kann um ein weiteres Mal vollends überzeugen, ebenso wie die restlichen Nebendarsteller Robert De Niro oder Robert Forster. Der doch etwas untypische, ohne Action behaftete Tarantino-Stil mag letztendlich allerdings nicht bei jedem vollen Zuspruch finden. Auch meiner bescheidenen Persönlichkeit sagt der zäh erzählte "Jackie Brown" nicht ganz so sehr zu.

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