Review

Eventuelle Spoiler

Zu Anfang gleich mal wieder ein "Gefühlstest", also wie fühlt er sich an der Film?

Als würde man bei strahlendem Sommerwetter als Beifahrer in einem offenen Cabrio stehen, bei 180Km/h, Augen zu, Arme in der Luft und aus dem Autoradio ertönt Bobby Womack's *Across 110th Street* !

Man könnte auch sagen, wenn Pam Grier den Screen betritt, den ganzen Film im Grunde locker auf den Schultern tragend, ja da geht die Sonne auf. Und wenn "Kautionsphilosoph" Robert Foster noch dazustößt, dann ist der Tag gerettet.

Denn auch diesen Tarantino-Film zeichnen vor allem 2 Dinge aus: ein gewohnt flockiger, vor Coolness und Leichtigkeit strotzender und vor Soul und Groove fast platzender Soundteppich und genialst aufgelegte Darsteller.

Samuel L."ich bin dann mal cool" Jackson gefällt wie gewohnt, feist, locker, zitatereich, mit neckischem Ziegenbärtchen und Hang zu Kofferräumen, dazu Exhäftling Robert dit "is' mir doch egal, auch mal 'nen Zug?" Niro, Michael "ATF-Agent" Keaton, und auch die Nebenrollen von z.B. Bridget Fonda, Sid "Captain Spaulding" Haig, Chris Tucker sind mehr als gefällig gespielt und werden alle zusammen am Nasenring durch die Manege geführt von:

Jackie Brown!

Gleich zu Anfang wird Jackie, aktuell bei einer miesen Fluggesellschaft als Stewardess angestellt, von Cops mit einer nicht unerheblichen Menge Bargeld und Drogen im Gepäck aufgegriffen. Denn nebenbei arbeitet sie noch für Drogendealer Samuel L. Jackson und wäscht ihm artig sein Geld. Jetzt aber steht Sie mit dem Rücken an der Wand. Widerholungstäterin, Knast, Job weg, was tun?

Jackie Brown wechselt die Seiten und hilft fortan den Cops ihren "Chef" dingfest zu machen. Obwohl ... Wäre ja eigentlich auch nicht verkehrt mit dem lässigen und oversmarten Bewährungshelfer nach Spanien durchzubrennen, und Cops konnte sie eigentlich eh noch nie leiden. Und was kümmert Sie letzten Endes ihr "Chef" Samuel L., der wird Sie doch früher oder später sicher eh umlegen lassen.

Und so steuert diese Gangsterposse dialogreich und gemächlich aber zu keiner Zeit langweilig, hängerfrei und mit einer feinen Spannungskurve versehen auf den finalen Cop-Coup hin: Drogendealerboss soll in die Falle gelockt und ein für alle Mal dingfest gemacht werden. Doch inzwischen hat Jackie derart viele Fäden gesponnen, Seiten gewechselt und alle verwirrt, dass bald keiner mehr so genau durchblickt was gespielt wird. Und da platzen dann auch dem ein oder anderen schon mal gewaltig die Krägen!

...

Fazit:

2,5 Stunden kurzweilige und auf's Wesentliche konzentrierte Angelegenheit. Ein nach wie vor, auch nach der x-ten Sichtung beschwingender Film, der einem das konstant zufriedene Lächeln auf den Lippen zu keiner Zeit wegnimmt.

10 von 10 Umkleidekabinen

Details
Ähnliche Filme