In den 60er Jahren und frühen 1970'er Jahren gab es wahrlich eine Flut an zahllosen Spionagethrillern und James Bond Klone. Neben dem sogenannten Eurospy Genre wollte natürlich auch Hollywood an diesem Trend mitnaschen und so wurden zahlreiche James Bond Imitate erfunden. Die seriöseren Bond Nachahmungen blieben erfolglos und so machte man sich halt über das Genre lustig und entwickelte Parodien auf das florierende Spionage Genre. Die bekanntesten waren James Coburn als Superspion Derek Flint, Casino Royale mit David Niven und die TV (bzw. Kino) Serie Der Mann von O.N.C.L.E . Daneben tummelte sich finanziell erfolgreich noch Dean Martin als Geheimagent Matt Helm. Auch Matt Helm war eher eine Parodie auf das Genre.
Als Fotograf muss Matt Helm erstmals wieder von schönen Agentinnen motiviert sein der Geheimdienstorganisation ICE zu helfen. Die Welt (oder besser die USA) wird von den Schurken der bösen Organisation The big O tyrannisiert. Die nichts anderes als die Weltherrschaft möchte. Hier kann auch ein Matt Helm nicht tatenlos zusehen und muss sich wieder einmal von seiner bezaubernden Sekretärin Lovely Kravezit losreißen. Für seine Auftrag benötigt Matt Helm natürlich jede Menge Gadgets und die Hilfe zahlreiche Gespielinnen. Es wimmelt in Matt Helm's Welt nur von schönen aber manchmal tödlichen Frauen und Waffen aus der Trickkiste.
Dean Martin hatte Ende der 1950'er Jahre nach vielen Jahren als Partner von Jerry Lewis auch die Gelegenheit sich als wahre Größe in Hollywood zu etablieren. Dank Filmklassiker wie das Kriegsepos Die jungen Löwen, Howard Hawks Western Rio Bravo und dem sehr gelungenen Drama Verdammt sind sie alle. Doch auch dieser Ruhm verblasste bald und so folgten nur mehr finanziell erfolgreich Rat Pack Komödien aber wenig künstlerisch Wertvolles und so stagnierte auch seine Karriere in Hollywood. Die Agentenparodien rund um Matt Helm kamen da mehr als gelegen. Zugegebenermaßen Kritikerpreise würde eine Rolle wie Matt Helm auch nicht bekommen aber vielleicht seiner Karriere einen neuen Kick geben.
Als Gegenpart zu Dino stehen der Batman erfahrene Victor Buono (König Tut) als schlitzäugiger Tung-Tze und der Star Trek erprobte Roger C. Carmiel gegenüber. Gut gebaute Schönheiten wie Daliah Lavi und Stella Stevens versüßen Dean Martins Auftritte. Gelungen ist sehr wohl der Soundtrack von Elmer Bernstein und auch Dino darf das eine oder andere Liedchen im Hintergrund trällern. Das der Mann Humor beweißt er auch in einer Szene in der er über einen seiner eigenen Songs aus dem Radio lästert. Doch die ganze Soße ist zwar nett aber sie könnte bunter und vor allem lustiger sein. Die eher nebensächliche Handlung über Atomstaub und feindliche Agenten nimmt sich dann doch zu ernst. Während James Bond an exotische Orte durfte wirkt Matt Helm viel zu Studio lastig und die Action Szenen dank Speed Up altbacken. Dadurch fehlte auch für mich etwas der Schwung und Matt Helm samt ICE sind etwas zu relaxte Geheimagenten. Die Gadgets sollen nicht verraten werden, doch werden sie allzu oft verwendet. 007 gebrauchte dieselben Gadgets oft nur einmal um aus einer brenzligen Situation zu entkommen, Matt Helm & Freundinnen aber die ganze Zeit.
Fazit: Die 1960'er Jahre waren eine harte Zeit für Film Spione. Matt Helm ist einer von diesen, allerdings ist Leise flüstern die Pistolen (OT: The Silencers) eher eine Parodie auf das Genre. Lustig ja, aber es gibt einfach bessere aus dieser Zeit.
Keine Sorge Matt Helm trifft Lovely Kravezit wieder in Die Mörder stehen Schlange.