Um einen Film wie EVIL ANGEL zu schätzen, muss man den Horrorfilm der 1980er-Jahre mögen und einen Hang zu schwarzhumorigen Szenen haben. Jedoch wird hier selten LET'S FETZ gemacht. Gemächlich ist die Erzählweise, die Schocks und Peaks sind wohlplatziert, das Fundament der Storyline ist komplex und Hektik ist ein Fremdwort. Rhames veredelt das Teil mit seiner ruhigen Präsenz. Mit einer Lauflänge von 120 Minuten hat das Movie schon einen Seltenheits-Bonus im Genre. Wer es schnell und mit wilden Filmcut-Attacken braucht, wird hier nicht gut bedient. Dennoch behält der Streifen über die gesamte Laufzeit seine Spannung und fesselt den geneigten Zuschauer mit einer detaillierten Geschichte. Einige krasse, blutige Szenen hätte ich in einer FSK 16-Version nicht vermutet. Was letztendlich den „Charme“ dieses Horrorfilms ausmacht, ist seine absichtlich „andere Art“, sich zu Effekthaschereien und Bombast-Effekten zu verneinen und seinen Stil bis zum Ende durchzuhalten. Wirklich gute Horrorfilme sind im Kommerz-Sumpf selten geworden – dieser ist einer davon!