Drei Brüder machen sich auf die Reise, mehr oder weniger freiwillig. Nach Indien soll es gehen, zwecks spiritueller Erfahrung und soweiter. Daß die drei Sakkoträger alle gehörig einen an der Waffel haben wird uns von Anfang an bewußt, doch wieso und weshalb soll sich erst im Laufe der Handlung herausstellen. Mißtrauen und Rivalität zu Beginn weicht denn auch zunehmender wiedergefundener Freundschaft und Brüderlichkeit, die Rettungsaktion der indischen Jungen im Fluß markiert hier lediglich visuell den Progress des brüderlichen Wiederzusammenfindens.
Trotz indischer Insider-Szenen und entsprechender Bilder mitsamt klischeehaftem spirituellem Klimbim bleibt "Darjeeling Limited" stets distanziert und unnahbar, sowohl sich selbst und seinen Charakteren gegenüber wie auch in der Aussenwirkung zum Zuschauer. Schade eigentlich - hätte der Film doch das Zeug dazu hier in einer eigenwilligen Produktion zu glänzen und einen Erfolg zu landen. Doch Produzent Wes Anderson weiß wohl selbst nicht so recht wo die Reise eigentlich hingehen soll: gute Ansätze liefert das Drehbuch, doch wird hier vieles nicht konsequent genug umgesetzt, was man sich eigentlich wünschen würde. So sind Bill Murray als Geschäftsmann und Anjelika Huston als Übermutter völlig verschwendete Perlen, die weit mehr Raum verdient hätten. Andersrum werden Filmfiguren schon aus der Rolle heraus unterentwickelt, an erster Stelle wohl der Zugschaffner zu nennen. Doch auch die attraktive Zugbegleiterin und kurzzeitige Geliebte von Peter hätte mehr Tiefe verdient, taucht sie doch zu schnell auf und verschwindet ebenso zu schnell wieder. Schade!
Irgendwie wirken die einzelnen Filmbausteine zu knapp ausgereift und etwas hastig zusammengereiht. Die schauspielerische Leistung ist durch die Bank weg als ausreichend gut zu bewerten, auch der Score wirkt passend - doch trotzdem enttäuscht der Film im Gesamtbild als unzureichend und kann die Erwartungen nicht erfüllen, erst recht nicht wenn man nach Ende sich ausmalt wie viel mehr man hier hätte draus machen können.
Schade, so bleibt ein ganz netter vor sich dahinplätschernder mäßig unterhaltender Intellektuellenfilm übrig - kann man sich angucken, muß man aber nicht.
(5/10)