Owen Wilson, Jason Schwartzman und Adrien Brody spielen drei Brüder, die sich nach dem Tod ihres Vaters wiedersehen und sich auf eine spirituelle Reise durch Indien begeben. Da sie ihre Konflikte jedoch nicht beilegen können, werden sie schließlich aus dem Zug geschmissen und landen mit ihren Koffern in der Wildnis, in der sie sich schließlich wieder näher kommen.
Man nehme: Ein paar skurrile, aber liebenswerte Charaktere, die sich mit der Zeit immer näher kommen, ein paar mehr oder weniger innovative Ideen, ein paar gestandene Darsteller und einen Regisseur, der sich prinzipiell fernab der konventionellen Mittel Hollywoods hält und heraus kommt zwangsläufig ein Film, der a) bei der Oscar-Verleihung absahnt, b) im Kino Unsummen einspielt, oder c) über die Jahre zum Kultfilm avanciert. Diese Rechnung geht sehr oft auf, wie zuletzt beispielsweise "Little Miss Sunshine" zeigte, aber bei "Darjeeling Limited" klappt es nicht einmal im Ansatz.
Die Grundidee um den Selbstfindungstrip der drei Brüder, die sich über die Jahre aus den Augen verloren hatten und auf menschlicher Ebene nie besonders gut miteinander ausgekommen sind, ist gar nicht so schlecht und sicherlich hätte man einen beeindruckenden und überaus amüsanten Film daraus machen können, aber Wes Anderson, der als Autor und Regisseur fungiert, versagt auf ganzer Ebene. Die Charakterkonstruktion ist relativ bizarr, aber kaum vielschichtig und unglaublich unrealistisch. Da jeder Bezug zur Realität fehlt, können auch die, teilweise emotionalen, teilweise übertrieben kitschigen Momente nicht zünden und man findet als Zuschauer keinen Einstieg in Andersons Werk. Zudem nerven die überproportionierten Gefühle die ganze Zeit über, da sie einfach zu aufgesetzt sind. Die Wendungen sind kaum vorherzusehen, aber wirklich zünden kann keine, da auch hier der Realismus sehr begrenzt bleibt.
Optisch ist der Film ganz gut gelungen, bietet ein paar interessante Bilder, ist stellenweise aber auch etwas zu schrill und damit teilweise anstrengend. Die bunten Kostüme und die schrille Ausstattung sorgen für berauschende Bilder, an denen man sich nicht so schnell satt sieht. Hinzu kommt noch die sehenswerte Kulisse von Indien, dessen Landschaften ebenfalls gekonnt in Szene gesetzt sind. Teilweise erinnert "Darjeeling Limited" zumindest optisch teilweise an Bollywood. Die Musik ist relativ heiter, aber mit der Zeit einfach zu monoton und unauffällig, um eine Atmosphäre aufzubauen. Leider kann "Darjeeling Limited" so weder während des Films, noch nach dem Ende das Wohlgefühl erzeugen, das man sich von Tragi-Komödien erhofft und fällt damit eindeutig unter das Mittelmaß.
Obwohl die Laufzeit gerade einmal 105 Minuten beträgt, ist "Darjeeling Limited" sehr langatmig geworden, da Anderson es zu keinem Zeitpunkt für nötig befindet, sein langsames Erzähltempo anzukurbeln und zieht sich damit sehr zäh in die Länge. Humor ist bekanntlich Geschmackssache, aber trotz der guten Darsteller gibt es außer einem bisschen Situationskomik keine Lacher und so unterhält Andersons Machwerk kaum. Nach "Rushmore" und "Die Tiefseetaucher" hätte man Wes Anderson doch eigentlich die nötige Routine zugetraut, um zumindest einen soliden Unterhaltungswert hinzubekommen, aber "Darjeeling Limited" bietet leider kaum Dramatik, keine Spannung, wenig Humor und nur gepflegte Langweile.
Wenigstens darstellerisch gibt es nicht sonderlich viel zu bemängeln. Oscar-Preisträger Adrien Brody findet sich nach "Der Pianist" und "Die Hollywood-Verschwörung" leicht in seinem etwas bizarren Charakter zu Recht und stellt ihn mit einer rundum routinierten Leistung mit allen Ecken und Kanten dar. Owen Wilson ist wie immer sichtlich gut gelaunt und relativ sympathisch, findet sich aber nicht in seinem etwas schwierigen Charakter zu Recht und zeigt, dass er besser, wie zuletzt bei niveaulosen 0815-Komödien wie "Ich, du und der andere" oder "Nachts im Museum" geblieben wäre. Jason Schwartzman hat den amüsantesten Part und verbucht die meisten der wenigen Lacher, spielt aber teilweise zu ruhig, beinahe apathisch.
Fazit:
Bis auf die gute Optik und die starken Leistungen von Jason Schwartzman und Adrien Brody, ist "Darjeeling Limited" leider ein Totalausfall, der sich sehr zäh in die Länge zieht, mit einer übertriebenen Story nervt, an seiner Skurrilität krankt und dem Zuschauer leider keinen richtigen Einstieg genehmigt. Nicht empfehlenswert!
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