Review

Es gibt Fortsetzungen, die sind gar keine, weil sie sich lediglich den Titel klauen und damit einen völlig neuen Film zusammenbrauen. Und sogar das kann manchmal noch recht gut sein, wenn das Original nicht so besonders war.
"American Werewolf in Paris" ist so eine "Fortsetzung" und da man so ziemlich keinen richtigen Vergleich zu "London" ziehen kann (außer daß Amis im Ausland auf Werwölfe treffen, haben die denn keinen eigenen?) betrachten wir diesen Streifen mal ganz neutral.

Hier sind also drei Power-Hirnis aus Amiland auf Euro-Tour, wo sie den richtigen Kick suchen. Das wäre an sich mal ganz schön, wenn die drei nicht so kreuzdoof gezeichnet wären, daß man sich wundert, wenn sie im Film etwas hinbekommen. Beim Bungee-Sprung vom Eiffelturm (ja, klar...) greift sich der eine unterwegs mal eben Julie Delpys Selbstmörderin und verliebt sich damit unsterblich. Was soll man sagen, die Schöne ist ein Werwolf und gar nicht glücklich und davon gibt es sogar noch mehr...

Hier wurde alles, was man über Werwölfe weiß zu einem ganz neuen Eintopf verkocht, der nur schwer verdaut werden kann. Der Fluch nach dem Gebissensein geht flöten, wenn man den Verursacher meuchelt. Das wiederum ist auch mit normalen Kugeln möglich und die lieben Tierchen nähren sich von menschlichen Herzen, was aber nicht ausschließt, daß man seine Opfer trotzdem zerfleischen kann.

Einiges kopiert man aus dem Vorgänger (so sind die Werwolfopfer für die Werwölfe als zerfallene Leiche sichtbar), anderes aus anderen Filmen (die Wolfssicht ist glatt aus "Wolfen" kopiert). Manchmal gibt's was zu Schmunzeln und hie und da wird's auch hart, aber die F/X-getricksten Wölfe sehen alles andere als überzeugend aus. Dafür rennt es sich wieder ganz prima in der Kanalisation von Paris herum und freundliche männliche Franzosen gibt's auch nicht. Erschwerend puzzelt die Polizei noch ein wenig herum, aber weder die Horrorfreunde noch Liebhaber skurilen Humors werden hier besonders bedient.

Es plätschert zwar nicht gerade vor sich hin, aber richtiges Interesse für die Amis will auch nicht aufkommen, höchstens mal ein Hauch Spannung. Das Happy End entbehrt auch noch jeglichen Witzes und der optische Schlußgag kann mich auch nicht versöhnen.
Das hier ist blaß und durchschnittlich, wenn auch tatsächlich mal was Neues versucht werden wollte. Aber die Leute mit der Inspiration waren gerade woanders beschäftigt. (4/10)

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